Kaufmann, Jurist, Oberbürgermeister
Den Weg in den Beruf begann Pistorius mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Danach studierte er Rechtswissenschaften.1
2006 wurde er Oberbürgermeister von Osnabrück und blieb es bis 2013.1 Als Oberbürgermeister leitete er die Stadtverwaltung, gewählt wurde er direkt von den Osnabrückerinnen und Osnabrückern.
Zehn Jahre Innenminister in Hannover
Als die SPD 2013 in Niedersachsen die Regierung übernahm, holte Ministerpräsident Stephan Weil ihn als Minister für Inneres und Sport in sein Kabinett.1 Pistorius behielt das Amt bis zu seinem Wechsel nach Berlin im Jahr 2023, über mehrere Wahlperioden und wechselnde Koalitionen hinweg: zunächst mit den Grünen, ab 2017 in einer großen Koalition mit der CDU und ab 2022 wieder mit den Grünen.
Zu seinem Ressort gehörten unter anderem die Polizei, der Verfassungsschutz und der Katastrophenschutz. In der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern vertrat er Niedersachsen.
Wechsel ins Verteidigungsministerium
Im Januar 2023 trat Christine Lambrecht als Verteidigungsministerin zurück, und Bundeskanzler Scholz berief Pistorius zu ihrem Nachfolger.1 Er übernahm das Ministerium knapp ein Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Wenige Tage nach seinem Amtsantritt entschied die Bundesregierung, Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine zu liefern. Die Bundeswehr sollte zu dieser Zeit mit einem milliardenschweren Sondervermögen modernisiert werden.
Im Herbst 2023 sagte Pistorius, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden. Gemeint war, dass die Bundeswehr im Ernstfall Deutschland und seine Verbündeten verteidigen können müsse. Der Begriff wurde danach viel diskutiert. Im November 2024 debattierte die SPD öffentlich darüber, ob er statt Scholz als Kanzlerkandidat antreten solle. Pistorius erklärte schließlich, dafür nicht zur Verfügung zu stehen.
Nach der Bundestagswahl 2025 blieb er Verteidigungsminister, nun in der Koalition aus Union und SPD unter Merz.1 Seit 2025 gehört er außerdem dem Bundestag an.2
Personal für die Bundeswehr
Eine der großen Fragen seiner Amtszeit ist, wie die Bundeswehr genügend Soldatinnen und Soldaten gewinnen kann. 2011 war die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt worden, bis dahin hatte die Bundeswehr junge Männer zum Grundwehrdienst einberufen. Pistorius warb für einen neuen Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit setzt, und brachte dazu ein Gesetzesvorhaben auf den Weg. Über Einzelheiten wurde in der Koalition lange verhandelt.
Auch die Finanzierung der Streitkräfte veränderte sich in seiner Amtszeit. Im März 2025 änderten Bundestag und Bundesrat das Grundgesetz, sodass höhere Verteidigungsausgaben weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen wurden. Außerdem begann unter Pistorius der Aufbau einer Brigade der Bundeswehr, die dauerhaft in Litauen stationiert werden soll. Sie dient der Sicherung der Ostflanke der NATO.
Lebenslauf von Boris Pistorius
- 1960Geburt in Osnabrück1
- AusbildungGroß- und Außenhandelskaufmann, danach Studium der Rechtswissenschaften1
- 2006 bis 2013Oberbürgermeister von Osnabrück1
- 2013 bis 2023Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport1
- Januar 2023Ernennung zum Bundesminister der Verteidigung im Kabinett Scholz1
- 2025Erneut Bundesminister der Verteidigung, nun im Kabinett Merz1
Boris Pistorius im Steckbrief
- Name
- Boris Pistorius
- Geboren
- 14. März 1960
- Geburtsort
- Osnabrück
- Alter
- 66 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- Jurist und Politiker (SPD)
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Boris Pistorius
Wie alt ist Boris Pistorius?
Boris Pistorius ist 66 Jahre alt, Stand Oktober 2026. Geboren wurde Pistorius am 14. März 1960 in Osnabrück. Am 14. März 2027 steht der 67. Geburtstag an.
Seit wann ist Boris Pistorius Verteidigungsminister?
Seit Januar 2023. Er folgte damals auf Christine Lambrecht. Nach der Bundestagswahl 2025 blieb er im Amt, nun in der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz.1
Was hat Boris Pistorius vor der Bundespolitik gemacht?
Er war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister von Osnabrück und danach zehn Jahre lang niedersächsischer Innenminister. Beruflich hat er eine kaufmännische Ausbildung und ein Jurastudium hinter sich.1
Wollte Boris Pistorius Kanzlerkandidat werden?
Im November 2024 wurde in der SPD offen diskutiert, ob er statt Olaf Scholz bei der Bundestagswahl antreten sollte. Pistorius erklärte daraufhin, für eine Kanzlerkandidatur nicht zur Verfügung zu stehen, und unterstützte Scholz.
Wo wurde Boris Pistorius geboren?
In Osnabrück. Dort kam Boris Pistorius am 14. März 1960 zur Welt.
Quellen
- Boris Pistorius. Bundesregierung. Institutionelle Primärquelle.https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/bundeskabinett/lebenslauf-2342854
- Abgeordnetenbiografie von Boris Pistorius · Deutscher Bundestag. Deutscher Bundestag. Institutionelle Primärquelle.https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/P/pistorius_boris-1046550
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



