Vom Medizinstudium zur Jagd auf SARS
Sein Medizinstudium absolvierte Drosten in Frankfurt am Main, 2003 wurde er dort zum Doktor der Medizin promoviert.1
Im selben Jahr rückte sein Fachgebiet plötzlich in die Schlagzeilen. In Asien breitete sich eine unbekannte, schwere Lungenkrankheit aus, die den Namen SARS erhielt. Drosten, damals am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg tätig, war an der Identifizierung des Erregers beteiligt, eines bis dahin unbekannten Coronavirus.1, 2 Coronaviren kannte man beim Menschen bis dahin vor allem als Auslöser harmloser Erkältungen, dass ein Vertreter dieser Familie eine so gefährliche Krankheit verursachen konnte, überraschte viele Fachleute. Gemeinsam mit Kollegen entwickelte er außerdem einen Test, mit dem sich das Virus im Labor nachweisen ließ.
Institutsleiter in Bonn, dann an der Charité
2007 holte ihn das Universitätsklinikum Bonn als Leiter des Instituts für Virologie.1 In seiner Bonner Zeit beschäftigte er sich unter anderem mit dem MERS-Coronavirus, das 2012 auf der Arabischen Halbinsel entdeckt worden war, und mit der Frage, welche Tiere solche Erreger in sich tragen. Fledermäuse und Dromedare spielten in dieser Forschung eine wichtige Rolle. Sein Nachfolger in Bonn wurde später Hendrik Streeck.
2017 wechselte Drosten an die Charité nach Berlin und wurde dort Direktor des Instituts für Virologie.1 Die Charité gehört zu den größten Universitätskliniken Europas. Ein Institut wie dieses verbindet Grundlagenforschung, die Ausbildung von Studierenden und die Diagnostik für Patientinnen und Patienten.
Coronavirus-Update: Wissenschaft im Podcast
Als Anfang 2020 das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auftauchte, gehörte Drosten zu den Forschern, die sich mit dieser Virusfamilie seit vielen Jahren befassten. Seine Arbeitsgruppe stellte im Januar 2020 eines der ersten Testverfahren für den neuen Erreger vor.
Bundesweit bekannt wurde er durch das „Coronavirus-Update“ von NDR Info.2, 3 In dem Podcast erklärte er regelmäßig den Stand der Forschung, ordnete neue Studien ein und beantwortete die Fragen der Moderatorinnen. Später wechselte er sich mit der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ab. Ungewöhnlich war das Format, weil es Wissenschaft in langen, ruhigen Gesprächen statt in kurzen Statements vermittelte, mitsamt den offenen Fragen und Unsicherheiten, die zur Forschung gehören.
Bundesverdienstkreuz und öffentliche Rolle
Die Charité meldete, dass Drosten das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse entgegengenommen hat.4 Diese Stufe gehört zu den höheren Rängen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Sein Weg in die Öffentlichkeit verlief ungewöhnlich. Über weite Strecken seiner Laufbahn arbeitete er im Hintergrund, an Tests, Erregern und Tierreservoiren. Erst die Pandemie machte ihn zu einer Person, deren Name auch Menschen ohne Bezug zur Medizin kennen.
Lebenslauf von Christian Drosten
- 1972Geburt in Lingen (Ems)1, 2
- 2003Promotion zum Doktor der Medizin nach dem Studium in Frankfurt am Main1
- 2003Beteiligung an der Identifizierung des ursprünglichen SARS-Coronavirus1, 2
- 2007Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn1
- 2017Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin1
- 2020Breite Bekanntheit durch den NDR-Podcast „Coronavirus-Update“2, 3
Christian Drosten im Steckbrief
- Name
- Christian Drosten
- Geboren
- 12. Juni 1972
- Geburtsort
- Lingen (Ems)
- Alter
- 54 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- Arzt, Virologe und Hochschullehrer
- Thema
- Wirtschaft, Internet & Wissenschaft
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Christian Drosten
Wie alt ist Christian Drosten?
Christian Drosten ist 54 Jahre alt, Stand Oktober 2026. Geboren wurde Drosten am 12. Juni 1972 in Lingen (Ems). Am 12. Juni 2027 steht der 55. Geburtstag an.
Was ist das Coronavirus-Update?
Ein Podcast von NDR Info, in dem Christian Drosten ab 2020 regelmäßig den Forschungsstand zum neuen Coronavirus erläuterte und dadurch einem breiten Publikum bekannt wurde.2, 3 Später teilte er sich die Folgen mit der Virologin Sandra Ciesek.
Welche Rolle spielte Christian Drosten bei SARS 2003?
Er gehörte zu den Forschern, die 2003 den damals neuen SARS-Erreger identifizierten, ein bis dahin unbekanntes Coronavirus.1, 2 Damit begann seine lange Beschäftigung mit dieser Virusfamilie, die ihn später auch in der Corona-Pandemie zu einem gefragten Experten machte.
Wann kam Christian Drosten an die Charité?
2017. Damals übernahm er die Leitung des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. Zuvor hatte er seit 2007 das Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn geleitet.1
Wo wurde Christian Drosten geboren?
Christian Drosten wurde in Lingen (Ems) geboren, und zwar am 12. Juni 1972.
Quellen
- Christian Drosten: institutioneller Lebenslauf, Stand 2021. internationale-gesundheit.charite.de. Institutionelle Primärquelle.https://internationale-gesundheit.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc11/virologie-ccm/dateien_upload/Weitere_Dateien/CV_Drosten_2021.pdf
- Christian Drosten · Munzinger Biographie. Munzinger Archiv. Biografisches Nachschlagewerk; frei sichtbarer Ausschnitt.https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/Christian%20Drosten/00/32044
- Christian Drosten. Wikipedia (deutsch). Enzyklopädie; dortige Einzelbelege mitprüfen.https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Drosten
- Christian Drosten nimmt Bundesverdienstkreuz 1. Klasse entgegen: Charité · Universitätsmedizin Berlin. charite.de. Institutionelle Primärquelle.https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/christian_drosten_nimmt_bundesverdienstkreuz_1_klasse_entgegen
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



