Siebenundzwanzig Jahre in Uniform
1982 trat Kiesewetter in die Bundeswehr ein. Er blieb bis 2009 und schied im Rang eines Obersts aus.1 Seine Dienstzeit reichte damit von den letzten Jahren des Kalten Krieges bis in die Zeit der großen Auslandseinsätze. Der Oberst ist der höchste Dienstgrad der Stabsoffiziere, darüber beginnen die Generalsränge.
Für die höhere Offizierslaufbahn absolvierte er die Generalstabsausbildung, die in der Bundeswehr an der Führungsakademie in Hamburg stattfindet. Sie bereitet Offiziere auf Aufgaben in höheren Stäben vor, national wie im Bündnis. Danach übernahm er Führungs- und Stabsaufgaben, unter anderem bei der NATO.2 Auf diese Erfahrung im Bündnis kommt er als Sicherheitspolitiker später häufig zurück.
Getrennt davon steht seine akademische Ausbildung: Kiesewetter studierte Wirtschaftswissenschaften, in München und in Austin im US-Bundesstaat Texas.2 Austin ist die Hauptstadt von Texas und Sitz einer großen staatlichen Universität.
Direktmandat und Kontrolle der Geheimdienste
Nach dem Abschied aus der Bundeswehr wechselte Kiesewetter in die Politik. 2009 wurde er erstmals direkt in den Bundestag gewählt.1 Gewonnen hat er den Wahlkreis Aalen-Heidenheim im Osten Württembergs, an der Grenze zu Bayern. Sein Geburtsort Pfullendorf liegt dagegen weit im Süden des Landes, im Landkreis Sigmaringen nördlich des Bodensees.
Im Parlament arbeitete er im Auswärtigen Ausschuss und in Gremien, die die Nachrichtendienste des Bundes kontrollieren.1 Im Auswärtigen Ausschuss werden auch die bewaffneten Einsätze der Bundeswehr im Ausland vorberaten, denen der Bundestag zustimmen muss. Das wichtigste dieser Gremien ist das Parlamentarische Kontrollgremium. Es überwacht den Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz und den Militärischen Abschirmdienst und tagt geheim. Seine Mitglieder sind auch nach außen zur Verschwiegenheit über die Beratungen verpflichtet.
Außenpolitik, Bündnisfragen und die Arbeit der Dienste bilden damit den Kern seiner parlamentarischen Arbeit. Sein Werdegang als Offizier und sein Mandat sind dabei zwei getrennte Abschnitte: Die Uniform legte er ab, bevor er Abgeordneter wurde.
Seine Positionen zur Ukraine
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 ist Kiesewetter häufig in Interviews und Talkshows zu sehen. Er vertritt dort die Position, dass Deutschland und seine Verbündeten die Ukraine militärisch umfassend unterstützen sollten, auch mit Waffensystemen größerer Reichweite. Ebenso wirbt er für eine stärkere Bundeswehr und höhere Verteidigungsausgaben.
Diese Forderungen erhebt er als Abgeordneter. Über Waffenlieferungen entscheidet die Bundesregierung. Der Bundestag kann darüber beraten, Fragen stellen und politischen Druck aufbauen, die Lieferungen aber nicht selbst anordnen. Anders ist es bei bewaffneten Auslandseinsätzen der Bundeswehr: Hier hat das Parlament das letzte Wort, weshalb die Bundeswehr oft als Parlamentsarmee bezeichnet wird.
Lebenslauf von Roderich Kiesewetter
- 1963Geburt in Pfullendorf1, 2
- 1982Eintritt in die Bundeswehr1
- DienstzeitGeneralstabsausbildung, Führungs- und Stabsaufgaben, auch bei der NATO2
- 2009Ausscheiden aus der Bundeswehr im Rang eines Obersts1
- 2009Erste Wahl in den Deutschen Bundestag über ein Direktmandat1
Roderich Kiesewetter im Steckbrief
- Name
- Roderich Kiesewetter
- Geboren
- 11. September 1963
- Geburtsort
- Pfullendorf
- Alter
- 63 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- CDU-Politiker und ehemaliger Bundeswehroffizier
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Roderich Kiesewetter
Wie alt ist Roderich Kiesewetter?
Zum Stand Oktober 2026 ist Roderich Kiesewetter 63 Jahre alt. Das Geburtsdatum ist der 11. September 1963, der nächste Geburtstag folgt am 11. September 2027.
Welchen Dienstgrad hatte Roderich Kiesewetter?
Er schied 2009 als Oberst aus der Bundeswehr aus, nach 27 Jahren Dienst. Zu seiner militärischen Laufbahn gehörten die Generalstabsausbildung sowie Führungs- und Stabsaufgaben, auch bei der NATO.1, 2
Seit wann sitzt Roderich Kiesewetter im Bundestag?
Seit 2009, als er zum ersten Mal ein Direktmandat für die CDU gewann. Im Parlament arbeitete er unter anderem im Auswärtigen Ausschuss und in Gremien, die die Nachrichtendienste kontrollieren.1
Was hat Roderich Kiesewetter studiert?
Wirtschaftswissenschaften, in München und im texanischen Austin.2 Das Studium gehört zu seiner Ausbildung, das politische Mandat kam erst nach dem Ende seiner Zeit bei der Bundeswehr im Jahr 2009.
Wo wurde Roderich Kiesewetter geboren?
Roderich Kiesewetter wurde in Pfullendorf geboren, und zwar am 11. September 1963.
Quellen
- Abgeordnetenbiografie von Roderich Kiesewetter · Deutscher Bundestag. Deutscher Bundestag. Institutionelle Primärquelle; teils Selbstauskunft oder Archivstand.https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/K/kiesewetter_roderich-1048784
- Roderich Kiesewetter · Munzinger Biographie. Munzinger Archiv. Biografisches Nachschlagewerk; frei sichtbarer Ausschnitt.https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/Roderich%2BKiesewetter/00/33292
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



