Vom Bundestag in die CSU-Zentrale
Mit vollem Namen wird er oft als Karl-Theodor von und zu Guttenberg geführt, in Schlagzeilen hieß er auch einfach KT. Nicht zu verwechseln ist er mit seinem gleichnamigen Großvater, der ebenfalls für die CSU im Bundestag saß.
2002 zog Guttenberg in den Bundestag ein, dem er bis 2011 angehörte.1, 2 Im Parlament befasste er sich vor allem mit Außenpolitik. 2008 wurde er Generalsekretär der CSU und blieb es bis 2009.2 Berufen hatte ihn der neue Parteivorsitzende Horst Seehofer. Als Generalsekretär leitete Guttenberg die Parteizentrale in München und war für Kampagnen und die politische Kommunikation der CSU zuständig.
Zwei Ministerien in zwei Jahren
Im Februar 2009 wurde Guttenberg Bundesminister für Wirtschaft und Technologie im Kabinett von Angela Merkel.2 Er folgte auf seinen Parteikollegen Michael Glos, der zurückgetreten war, und kam mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise ins Amt. In der Debatte über die Zukunft des Autobauers Opel zeigte er sich skeptisch gegenüber Staatshilfen und brachte auch eine geordnete Insolvenz ins Gespräch.
Nach der Bundestagswahl im September 2009 wechselte er im Oktober an die Spitze des Verteidigungsministeriums.1, 2 Dort stieß er eine Reform der Bundeswehr an. Ein Kernpunkt war die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht, die zum 1. Juli 2011 wirksam wurde, also erst nach seinem Rücktritt. Damit endete die regelmäßige Einberufung junger Männer zum Grundwehrdienst, die Bundeswehr setzte von da an auf Freiwillige sowie Berufs- und Zeitsoldaten. In seine Amtszeit fiel außerdem der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, der die Debatte über die Streitkräfte in diesen Jahren bestimmte.
Plagiatsaffäre und Rücktritt 2011
Im Februar 2011 wurde öffentlich, dass Guttenbergs Doktorarbeit zahlreiche Stellen aus fremden Texten enthielt, die nicht als Zitate gekennzeichnet waren. Promoviert worden war er an der Universität Bayreuth in Rechtswissenschaft. Die Universität entzog ihm noch im selben Monat den Doktorgrad.3
Am 1. März 2011 erklärte Guttenberg seinen Rücktritt als Verteidigungsminister und gab auch sein Bundestagsmandat auf.2 Sein Nachfolger im Ministerium wurde Thomas de Maizière. Der Fall löste eine breite Debatte über Doktortitel in der Politik aus, in den folgenden Jahren wurden auch Arbeiten anderer Politikerinnen und Politiker überprüft.
Unternehmer und Podcaster
Nach dem Rücktritt kehrte Guttenberg nicht in ein politisches Amt zurück. Er arbeitet seitdem als Unternehmer.1 Ende 2011 erschien das Gesprächsbuch „Vorerst gescheitert“, in dem er mit dem Journalisten Giovanni di Lorenzo über die Affäre und seinen Rückzug sprach.
Später trat er auch als Podcaster in Erscheinung, unter anderem gemeinsam mit dem Linken-Politiker Gregor Gysi im Format „Gysi gegen Guttenberg“.
Lebenslauf von Karl-Theodor zu Guttenberg
- 1971Geburt in München1, 2, 3
- 2002 bis 2011Mitglied des Deutschen Bundestages1, 2
- 2008 bis 2009Generalsekretär der CSU1, 2
- 2009Bundesminister für Wirtschaft und Technologie von Februar bis Oktober2
- 2009 bis 2011Bundesminister der Verteidigung1, 2
- 2011Entzug des Bayreuther Doktorgrades und Rücktritt als Minister2, 3
Karl-Theodor zu Guttenberg im Steckbrief
- Name
- Karl-Theodor zu Guttenberg
- Weitere Namen
- Karl-Theodor von und zu Guttenberg, KT zu Guttenberg
- Geboren
- 5. Dezember 1971
- Geburtsort
- München
- Alter
- 54 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- Unternehmer und früherer Politiker (CSU)
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, 3, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Karl-Theodor zu Guttenberg
Wie alt ist Karl-Theodor zu Guttenberg?
Zum Stand Oktober 2026 ist Karl-Theodor zu Guttenberg 54 Jahre alt. Das Geburtsdatum ist der 5. Dezember 1971, der nächste Geburtstag folgt am 5. Dezember 2026.
Warum ist Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 zurückgetreten?
Auslöser war die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit. Nachdem die Universität Bayreuth ihm im Februar 2011 den Doktorgrad entzogen hatte, trat er am 1. März 2011 als Verteidigungsminister zurück und legte auch sein Bundestagsmandat nieder.2, 3
Welcher Doktortitel wurde Guttenberg aberkannt?
Der Doktorgrad der Universität Bayreuth, an der er in Rechtswissenschaft promoviert worden war. Die Universität entzog ihn 2011 im Zuge der Plagiatsaffäre, weil in der Arbeit fremde Textstellen ohne Kennzeichnung übernommen worden waren.3
Welche Ministerämter hatte Guttenberg?
Von Februar bis Oktober 2009 war er Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, anschließend bis 2011 Bundesminister der Verteidigung. Davor hatte er als Generalsekretär der CSU gearbeitet.1, 2
Wo wurde Karl-Theodor zu Guttenberg geboren?
In München. Dort kam Karl-Theodor zu Guttenberg am 5. Dezember 1971 zur Welt.
Unter welchen Namen ist Karl-Theodor zu Guttenberg noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Karl-Theodor von und zu Guttenberg, KT zu Guttenberg. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- Karl-Theodor zu Guttenberg · Munzinger Biographie. Munzinger Archiv. Biografisches Nachschlagewerk; frei sichtbarer Ausschnitt.https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/_/00/000026858
- Karl-Theodor zu Guttenberg: Stationen einer Karriere · BR24 · BR.de. BR. Öffentlich-rechtlicher Sender; datierte Darstellung.https://www.br.de/nachricht/spezial/guttenberg-karriere-zeitstrahl100.html
- Informationen zur Causa Guttenberg. presse.uni-bayreuth.de. Institutionelle Primärquelle.https://www.presse.uni-bayreuth.de/de/archiv/guttenberg/index.html
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



