Vom Physiker zum Landesvater an der Saar
Lafontaine studierte Physik und schloss als Diplom-Physiker ab.1 Seine politische Laufbahn begann in der saarländischen SPD. 1976 wurde er Oberbürgermeister von Saarbrücken und blieb es bis 1985.1
Im selben Jahr gewann die SPD die Landtagswahl im Saarland, und Lafontaine zog in die Staatskanzlei ein. Ministerpräsident blieb er bis 1998.1 In dieser Zeit wurde er weit über das kleinste Flächenland der Republik hinaus bekannt und stieg in die Führung der Bundes-SPD auf.
Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender
Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 trat Lafontaine als Kanzlerkandidat der SPD gegen Helmut Kohl an.1 Im Wahlkampf warnte er vor den Kosten einer überstürzten Einheit, während Kohl auf Tempo setzte. Die Union gewann die Wahl deutlich, Kohl blieb Kanzler.
Fünf Jahre später griff Lafontaine nach dem Parteivorsitz. Auf dem Mannheimer Parteitag 1995 setzte er sich in einer Kampfabstimmung gegen den amtierenden Vorsitzenden Rudolf Scharping durch und führte die SPD bis 1999.1 In den Wahlkampf 1998 zog die Partei mit Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat, Lafontaine blieb Parteichef. Nach dem Sieg wurde er Finanzminister im Kabinett aus SPD und Grünen.
Der Rücktritt im März 1999
Als Bundesminister der Finanzen blieb Lafontaine nur wenige Monate.1 Im März 1999 legte er überraschend alle Ämter nieder: das Ministerium, den Parteivorsitz und sein Bundestagsmandat. Vorausgegangen waren Spannungen mit Bundeskanzler Schröder über den wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs der Regierung.
Seine Sicht auf diese Monate schrieb Lafontaine noch im selben Jahr in dem Buch „Das Herz schlägt links“ auf. Es blieb nicht sein einziges Buch, auch in den folgenden Jahren meldete er sich immer wieder als Publizist zu Wort.
Neuer Anlauf mit WASG und Linker
2005 verließ Lafontaine die SPD und schloss sich der WASG an, die aus Protest gegen die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung entstanden war.1 Für das Bündnis aus WASG und PDS zog er im selben Jahr wieder in den Bundestag ein und führte die neue Linksfraktion gemeinsam mit Gregor Gysi.
Als PDS und WASG 2007 zur Partei Die Linke verschmolzen, wurde er einer ihrer beiden ersten Vorsitzenden. 2009 verließ er den Bundestag und ging zurück an die Saar, den Parteivorsitz gab er 2010 ab. Im saarländischen Landtag führte er danach die Fraktion der Linken.2
Diese Rolle endete 2022. Kurz vor der Landtagswahl im März trat Lafontaine aus der Linken aus und kandidierte nicht mehr für den Landtag. Damit hatte er nach der SPD auch die zweite Partei verlassen, die er an vorderster Stelle geführt hatte.
Lebenslauf von Oskar Lafontaine
- 1943Geburt in Saarlautern, heute Saarlouis1
- 1976 bis 1985Oberbürgermeister von Saarbrücken1
- 1985 bis 1998Ministerpräsident des Saarlandes1
- 1990Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl1
- 1995 bis 1999Bundesvorsitzender der SPD1
- 1998 bis 1999Bundesminister der Finanzen1
- ab 2005Führende Rolle in der WASG und danach in der Partei Die Linke1
Oskar Lafontaine im Steckbrief
- Name
- Oskar Lafontaine
- Geboren
- 16. September 1943
- Geburtsort
- Saarlautern, heute Saarlouis
- Alter
- 83 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- Politiker und Publizist
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Oskar Lafontaine
Wie alt ist Oskar Lafontaine?
83 Jahre, Stand Oktober 2026. Oskar Lafontaine kam am 16. September 1943 in Saarlautern, heute Saarlouis zur Welt und wird am 16. September 2027 84 Jahre alt.
Wann war Oskar Lafontaine Finanzminister?
Von Oktober 1998 bis März 1999 im ersten Kabinett von Gerhard Schröder. Im März 1999 gab er das Ministeramt überraschend auf und legte zugleich den SPD-Vorsitz und sein Bundestagsmandat nieder.1
Welche Rolle spielte Oskar Lafontaine bei der Linken?
Nach seinem Austritt aus der SPD 2005 ging er zur WASG und führte mit Gregor Gysi die Linksfraktion im Bundestag. Ab 2007 war er einer der beiden ersten Vorsitzenden der Partei Die Linke, die er 2022 verließ.1
Gegen wen trat Lafontaine 1990 als Kanzlerkandidat an?
Gegen Helmut Kohl. Bei der ersten Bundestagswahl nach der deutschen Einheit im Dezember 1990 führte Lafontaine die SPD als Kanzlerkandidat an, die Union mit Kohl gewann die Wahl.1
Wo wurde Oskar Lafontaine geboren?
Oskar Lafontaine wurde in Saarlautern, heute Saarlouis geboren, und zwar am 16. September 1943.
Quellen
- LeMO Biografie Oskar Lafontaine. Haus der Geschichte, LeMO. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.hdg.de/lemo/biografie/oskar-lafontaine
- Fraktionsvorsitzender DIE LINKE, Saarländischer Landtag: Lafontaine, Oskar · alpha-Forum · ARD alpha · Fernsehen · BR.de. BR. Redaktionelle Sekundärquelle.https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/oskar-lafontaine-sendung-100.html
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



