Vom Jungsozialisten zum Ministerpräsidenten
In die SPD trat Schröder 1963 ein, mit gerade 19 Jahren.1 Den Weg an die Universität nahm er über den zweiten Bildungsweg: Er holte das Abitur nach, studierte Rechtswissenschaften in Göttingen und arbeitete anschließend als Rechtsanwalt in Hannover. Bundesweit bekannt wurde er zum ersten Mal, als er von 1978 bis 1980 die Jusos führte, die Jugendorganisation seiner Partei.1
Der große Sprung kam 1990. Schon 1986 war Schröder in Niedersachsen als Spitzenkandidat angetreten, damals noch ohne Erfolg. Vier Jahre später gewann er die Landtagswahl und blieb bis 1998 Ministerpräsident.1, 3 Zunächst regierte er in Hannover gemeinsam mit den Grünen, ab 1994 mit einer absoluten Mehrheit der SPD. Die Jahre als Landeschef machten ihn zum aussichtsreichsten Herausforderer für die Bundestagswahl 1998.
Kanzler der ersten rot-grünen Koalition
Bei der Wahl 1998 löste Schröder Helmut Kohl ab, der sechzehn Jahre regiert hatte. Gemeinsam mit den Grünen und ihrem Außenminister Joschka Fischer bildete er die erste rot-grüne Bundesregierung.1, 3 Vier Jahre später reichte es erneut: Bei der Bundestagswahl 2002 lag Rot-Grün nur hauchdünn vor der Union, konnte aber weiterregieren.
In diese Zeit fallen Entscheidungen, über die bis heute gestritten wird. Die Koalition vereinbarte den ersten Ausstieg aus der Atomkraft, und Schröder lehnte eine deutsche Beteiligung am Irakkrieg ab, was das Verhältnis zur damaligen US-Regierung spürbar belastete.
Die Agenda 2010 und der Streit in der SPD
Im Jahr 2003 stellte Schröder die Agenda 2010 vor, ein Paket aus Arbeitsmarkt- und Sozialreformen, das seine Amtszeit prägte wie kein anderes Vorhaben.1 Am bekanntesten sind die Hartz-Gesetze. Mit ihnen wurden Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II zusammengelegt, die Regeln für Arbeitssuchende wurden deutlich strenger.
In der eigenen Partei rissen die Reformen tiefe Gräben auf. Kritiker sahen darin einen Bruch mit sozialdemokratischen Grundsätzen, Befürworter halten sie für einen Grund, warum die Arbeitslosigkeit in den Jahren danach sank. Aus dem Protest entstand eine neue Partei links der SPD, zu der später auch Oskar Lafontaine wechselte.
Neuwahl und Abschied aus dem Kanzleramt
Nach einer schweren Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 suchte Schröder den Weg zu einer vorgezogenen Bundestagswahl. Die Wahl im September verlor seine Partei knapp. Im November 2005 übernahm Angela Merkel das Kanzleramt an der Spitze einer großen Koalition, und Schröders Zeit als Regierungschef war nach sieben Jahren vorbei.1
Für viele Beobachter ist Schröders Kanzlerschaft bis heute ein Lehrstück darüber, wie weit eine Regierung den eigenen Anhängern Reformen zumuten kann. Die Agenda 2010 wirkte lange über seine Amtszeit hinaus, auch in den Debatten der SPD in den Jahren danach.
Lebenslauf von Gerhard Schröder
- 1944Geburt in Mossenberg, heute Blomberg1, 2
- 1963Eintritt in die SPD1
- 1978 bis 1980Bundesvorsitzender der Jusos1
- 1990 bis 1998Ministerpräsident von Niedersachsen1, 3
- 1998 bis 2005Bundeskanzler einer Koalition aus SPD und Grünen1, 3
- 2003Vorstellung der Agenda 2010 mit Arbeitsmarkt- und Sozialreformen1
Gerhard Schröder im Steckbrief
- Name
- Gerhard Schröder
- Geboren
- 7. April 1944
- Geburtsort
- Mossenberg, heute Blomberg
- Alter
- 82 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- Jurist und Politiker (SPD)
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Gerhard Schröder
Wie alt ist Gerhard Schröder?
Gerhard Schröder ist 82 Jahre alt, Stand Oktober 2026. Geboren wurde Schröder am 7. April 1944 in Mossenberg, heute Blomberg. Am 7. April 2027 steht der 83. Geburtstag an.
Wann war Gerhard Schröder Bundeskanzler?
Von 1998 bis 2005. In beiden Wahlperioden regierte er mit den Grünen, danach folgte ihm Angela Merkel im Amt.1
Was war die Agenda 2010?
Ein Reformprogramm, das Schröder 2003 vorstellte. Es veränderte vor allem den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme, bekanntester Teil sind die Hartz-Gesetze mit dem Arbeitslosengeld II.1
Welcher Partei gehört Gerhard Schröder an?
Der SPD. Er trat 1963 ein und war später Juso-Bundesvorsitzender, Ministerpräsident von Niedersachsen und Bundeskanzler für die Sozialdemokraten.1
Wo wurde Gerhard Schröder geboren?
Gerhard Schröder wurde in Mossenberg, heute Blomberg geboren, und zwar am 7. April 1944.
Quellen
- LeMO Biografie Gerhard Schröder. Haus der Geschichte, LeMO. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.hdg.de/lemo/biografie/gerhard-schroeder
- Stichtag · 7. April 1944: Gerhard Schröder wird geboren. WDR. Redaktionelle Sekundärquelle.https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-gerhard-schroeder-102.html
- Gerhard Schröder Biografie. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/spuren_der_macht/schroeder_bio.htm
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



