Vom Lehramtsstudium in die Staatskanzlei
Gabriel studierte in Göttingen und legte die Staatsexamina für das Lehramt ab.1 Politisch wuchs er in der niedersächsischen SPD heran, die ihn in den Landtag nach Hannover brachte. 1999 wurde er Ministerpräsident von Niedersachsen und führte die Landesregierung bis 2003.1, 2
Das Amt übernahm er mitten in der Wahlperiode, nachdem sein Vorgänger Gerhard Glogowski zurückgetreten war. Die Landtagswahl 2003 gewann dann die CDU, und Christian Wulff löste Gabriel nach gut drei Jahren als Regierungschef ab. Für Gabriel war das der Anfang einer Phase ohne Regierungsamt, die bis zur Bundestagswahl 2005 dauerte.
Umweltminister in der großen Koalition
Mit der Bundestagswahl 2005 wechselte Gabriel in die Bundespolitik. Er zog in den Bundestag ein und wurde Bundesumweltminister, ein Amt, das er bis 2009 behielt.1 Zu seinem Ministerium gehörten damals neben Umwelt- und Naturschutz auch der Klimaschutz und die Reaktorsicherheit. In seine Amtszeit fiel 2007 die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, in der sich die Mitgliedstaaten auf gemeinsame Klimaziele bis zum Jahr 2020 verständigten.
Die Bundestagswahl 2009 endete für die SPD mit einer deutlichen Niederlage, die Partei ging in die Opposition. In dieser Lage wählten die Sozialdemokraten Gabriel zu ihrem Vorsitzenden.1 Auf dem Parteitag in Dresden im November 2009 trat er die Nachfolge von Franz Müntefering an.
Parteichef, Wirtschaftsminister und Vizekanzler
Acht Jahre stand Gabriel an der Spitze der SPD, von 2009 bis 2017.1 Nach der Bundestagswahl 2013 führte er die Partei zurück in eine große Koalition mit der Union. Bevor die SPD den Koalitionsvertrag unterschrieb, ließ sie ihre Mitglieder darüber abstimmen.
In der neuen Regierung übernahm Gabriel das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und wurde Vizekanzler.1, 2 Mit dem Energieressort lag auch die Energiewende in seiner Zuständigkeit, also der Umbau der Stromversorgung hin zu Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Quellen. 2014 brachte sein Haus eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes auf den Weg, die den Ausbau des Ökostroms stärker steuern sollte.
Anfang 2017 gab Gabriel den Parteivorsitz ab und verzichtete auf die Kanzlerkandidatur. Beides ging an Martin Schulz.
Ein Jahr im Auswärtigen Amt
Im Januar 2017 wechselte Gabriel ins Auswärtige Amt. Er folgte dort Frank-Walter Steinmeier, der wenige Wochen später zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Gabriels Amtszeit begann kurz nach dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident, das Verhältnis zu Washington gehörte damit von Beginn an zu seinen wichtigsten Themen. Außenminister blieb Gabriel bis 2018.1
Nach der Regierungsbildung im Frühjahr 2018 übernahm Heiko Maas das Ministerium, Gabriel gehörte dem neuen Kabinett nicht mehr an. Sein Bundestagsmandat behielt er zunächst und legte es 2019 nieder.
Lebenslauf von Sigmar Gabriel
- 1959Geburt in Goslar1, 2
- 1999 bis 2003Ministerpräsident von Niedersachsen1, 2
- 2005 bis 2009Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit1
- 2009 bis 2017Bundesvorsitzender der SPD1
- 2013 bis 2017Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Vizekanzler1
- 2017 bis 2018Bundesminister des Auswärtigen1
Sigmar Gabriel im Steckbrief
- Name
- Sigmar Gabriel
- Geboren
- 12. September 1959
- Geburtsort
- Goslar
- Alter
- 67 Jahre (Stand 11. Oktober 2026)
- Tätigkeit
- SPD-Politiker und früherer Bundesminister
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Das Alter ist zum 11. Oktober 2026 berechnet.
Häufige Fragen zu Sigmar Gabriel
Wie alt ist Sigmar Gabriel?
Sigmar Gabriel ist 67 Jahre alt, Stand Oktober 2026. Geboren wurde Gabriel am 12. September 1959 in Goslar. Am 12. September 2027 steht der 68. Geburtstag an.
Welche Ministerämter hatte Sigmar Gabriel?
Im Bund waren es drei: Von 2005 bis 2009 war er Umweltminister, von 2013 bis 2017 Minister für Wirtschaft und Energie und zugleich Vizekanzler, danach bis 2018 Außenminister.1
Wie lange war Sigmar Gabriel SPD-Vorsitzender?
Von 2009 bis 2017, also rund acht Jahre.1 Er übernahm die Partei nach der verlorenen Bundestagswahl 2009 und gab den Vorsitz Anfang 2017 an Martin Schulz ab.
War Sigmar Gabriel Ministerpräsident?
Ja. Von 1999 bis 2003 führte er die Landesregierung von Niedersachsen.1 Nach der Landtagswahl 2003 löste ihn Christian Wulff von der CDU in diesem Amt ab.
Wo wurde Sigmar Gabriel geboren?
In Goslar. Dort kam Sigmar Gabriel am 12. September 1959 zur Welt.
Quellen
- Archivierte Abgeordnetenbiografie von Sigmar Gabriel in der 19. Wahlperiode (2017 bis 2021) · Deutscher Bundestag. Deutscher Bundestag. Institutionelle Primärquelle; teils Selbstauskunft oder Archivstand.https://www.bundestag.de/webarchiv/abgeordnete/biografien19/G/gabriel_sigmar-519626
- Sigmar Gabriel · Munzinger Biographie. Munzinger Archiv. Biografisches Nachschlagewerk; frei sichtbarer Ausschnitt.https://www.munzinger.de/register/portrait/biographien/_/00/000023158
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



