Reiteroffizier mit früher Zustimmung zum Regime
1926 trat Stauffenberg in das 17. Reiterregiment der Reichswehr in Bamberg ein und schlug die Offizierslaufbahn ein.1 Später wurde er zum Generalstabsoffizier ausgebildet und diente im Krieg unter anderem im Oberkommando des Heeres.
Ein Gegner des Nationalsozialismus war er zunächst nicht. 1932 befürwortete er Hitler als Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten.1 Als von Anfang an überzeugten Demokraten kann man ihn deshalb nicht beschreiben. Sein Widerstand entwickelte sich erst während des Krieges.1 Welche Gründe für den Bruch mit dem Regime den Ausschlag gaben, wird in der Forschung bis heute diskutiert. Die frühe Zustimmung und die späteren Ziele des Widerstands gehören beide zu seiner Biografie.
Verwundung in Nordafrika und die Pläne für den Umsturz
Im April 1943 wurde Stauffenberg in Nordafrika bei einem Tieffliegerangriff schwer verwundet.1 Er verlor das linke Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand.
Nach seiner Genesung kam er nach Berlin in das Allgemeine Heeresamt und arbeitete dort an den Umsturzplänen des militärischen Widerstands mit.1 Im Zentrum stand der Plan „Walküre“. Offiziell sollte er das Ersatzheer bei inneren Unruhen schnell einsatzbereit machen. Die Verschwörer bauten ihn so um, dass sie nach Hitlers Tod mit seiner Hilfe die Macht in Berlin und im übrigen Reich übernehmen konnten.
Am 1. Juli 1944 wurde Stauffenberg Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres. Damit erhielt er Zugang zu den Lagebesprechungen in Hitlers Hauptquartieren.
Das Attentat in der Wolfsschanze
Am 20. Juli 1944 brachte Stauffenberg eine Bombe in einer Aktentasche zur Lagebesprechung in die Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier in Ostpreußen.1 Kurz vor der Explosion verließ er den Raum und flog nach Berlin, in der Annahme, Hitler sei tot.
Hitler überlebte mit leichten Verletzungen, mehrere andere Teilnehmer der Besprechung starben an den Folgen der Explosion. Die Nachricht davon verbreitete sich schnell, viele Befehlshaber zögerten oder stellten sich gegen die Verschwörer, und der Umsturzversuch brach noch am selben Abend zusammen.1
Erschießung im Bendlerblock
Im Bendlerblock, dem Sitz des Ersatzheeres in Berlin, wurde Stauffenberg festgenommen und in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944 mit weiteren Beteiligten erschossen.1 Den Befehl gab Generaloberst Friedrich Fromm. Mit Stauffenberg starben Friedrich Olbricht, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften.
Heute erinnert im Bendlerblock die Gedenkstätte Deutscher Widerstand an die Verschwörer des 20. Juli und an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus insgesamt.2 In der frühen Bundesrepublik galten die Attentäter vielen noch als Verräter. Erst nach und nach setzte sich ein anderes Bild durch, in dem der 20. Juli als wichtiges Datum des deutschen Widerstands gilt.
Lebenslauf von Claus Schenk Graf von Stauffenberg
- 1907Geburt in Jettingen, Bayern1
- 1926Eintritt in das 17. Reiterregiment der Reichswehr in Bamberg1
- 1932Befürwortung Hitlers als Kandidat für das Amt des Reichspräsidenten1
- 1943Schwere Verwundung in Nordafrika, danach Mitarbeit an den Umsturzplänen1
- 20. Juli 1944Bombenattentat auf Hitler in der Wolfsschanze, Anschlag und Umsturzversuch scheitern1
- 1944Tod in Berlin, Bendlerblock1
Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Claus Schenk Graf von Stauffenberg
- Weitere Namen
- Claus von Stauffenberg, Klaus von Stauffenberg
- Geboren
- 15. November 1907
- Geburtsort
- Jettingen, Bayern
- Gestorben
- Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944
- Sterbeort
- Berlin, Bendlerblock
- Alter beim Tod
- 36 Jahre
- Tätigkeit
- Offizier und Beteiligter am militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus
- Thema
- Geschichte & Kultur
- Hinweis zu den Daten
- Überblicksquellen nennen 20. Juli, LeMO nennt ausdrücklich 20./21. Juli. Kein einzelnes Tagesdatum als geklärt festgelegt.
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Wie alt wurde Claus Schenk Graf von Stauffenberg?
Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde 36 Jahre alt. Geboren am 15. November 1907 in Jettingen, Bayern. Gestorben in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944. Sterbeort: Berlin, Bendlerblock.
Was geschah am 20. Juli 1944?
Stauffenberg legte in der Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier in Ostpreußen, eine Bombe. Hitler überlebte, und der anschließende Umsturzversuch in Berlin scheiterte noch am selben Tag. Stauffenberg und weitere Beteiligte wurden in der folgenden Nacht im Bendlerblock erschossen.1
Was war die Operation Walküre?
Ein Plan, mit dem das Ersatzheer bei inneren Unruhen eingesetzt werden sollte. Die Verschwörer um Stauffenberg bauten ihn so um, dass sie nach Hitlers Tod damit die Macht übernehmen konnten. Nach dem Scheitern des Attentats ging das Vorhaben nicht auf.1
War Stauffenberg von Anfang an gegen Hitler?
Nein. 1932 befürwortete er Hitler als Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten. Sein Widerstand entwickelte sich erst während des Krieges. Nach seiner schweren Verwundung 1943 arbeitete er an den Umsturzplänen des militärischen Widerstands mit.1
Wo ist Claus Schenk Graf von Stauffenberg gestorben?
Als Sterbeort ist Berlin, Bendlerblock belegt. Gestorben in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944.
Unter welchen Namen ist Claus Schenk Graf von Stauffenberg noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Claus von Stauffenberg, Klaus von Stauffenberg. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- LeMO Biografie · Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/claus-stauffenberg
- GDW-Berlin: Biografie. gdw-berlin.de. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/biografien/personenverzeichnis/biografie/view-bio/s/claus-schenk-graf-von-stauffenberg
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



