Ein Familienroman aus Lübeck
Thomas Mann war 26 Jahre alt, als 1901 die „Buddenbrooks“ erschienen.1 Schon der Untertitel „Verfall einer Familie“ verriet, worum es ging: Über vier Generationen erzählte Mann vom Aufstieg und Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamilie. Geschäfte, Feste und Familienstreit beschrieb er mit Ironie und großer Genauigkeit, und diese ruhige, präzise Erzählweise wurde zu seinem Kennzeichen.
In den folgenden Jahren schrieb er Novellen, die heute zum Kanon der deutschen Literatur gehören, darunter „Tonio Kröger“ und „Der Tod in Venedig“ von 1912. Immer wieder kreisten seine Texte um die Spannung zwischen bürgerlichem Leben und dem Dasein als Künstler.
Vom Unpolitischen zum Fürsprecher der Republik
Im Ersten Weltkrieg stellte sich Mann auf die Seite des Kaiserreichs. Seine „Betrachtungen eines Unpolitischen“ von 1918 verteidigten eine konservative Haltung gegen die westliche Demokratie. Wenige Jahre später vollzog er eine deutliche Wende: Mit der Rede „Von deutscher Republik“ warb er 1922 öffentlich für die junge Weimarer Demokratie.
1924 erschien „Der Zauberberg“.1 Darin besuchte der junge Hans Castorp einen Vetter in einem Sanatorium in Davos, plante drei Wochen ein und blieb sieben Jahre. Zwischen Liegekuren und langen Gesprächen ging es Mann um Zeit, Krankheit und Tod und um die geistigen Gegensätze im Europa vor dem Ersten Weltkrieg. Fünf Jahre später bekam er den Nobelpreis für Literatur, in der Begründung wurden ausdrücklich die „Buddenbrooks“ hervorgehoben.1
Exil und Radioansprachen gegen Hitler
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war Mann auf einer Vortragsreise im Ausland. Er kehrte nicht zurück und lebte zunächst in der Schweiz.1 1936 entzog ihm das NS-Regime die deutsche Staatsbürgerschaft. Zwei Jahre später zog er in die USA, 1944 wurde er amerikanischer Staatsbürger.1
Während des Zweiten Weltkriegs sprach er über die britische BBC zu den Menschen in Deutschland. In seinen Ansprachen „Deutsche Hörer!“ prangerte er die Verbrechen des Regimes an, berichtete auch vom Massenmord an den Juden und forderte seine Landsleute auf, sich von Adolf Hitler abzuwenden.1
Im Exil entstanden große Werke: die Romanfolge „Joseph und seine Brüder“, „Lotte in Weimar“ über einen Besuch bei Johann Wolfgang von Goethe und 1947 „Doktor Faustus“. In diesem Roman verknüpfte Mann das Leben eines Komponisten mit dem Weg Deutschlands in die Katastrophe.
Rückkehr nach Europa
Nach Kriegsende blieb Mann zunächst in Amerika. Zum 200. Geburtstag Goethes reiste er 1949 nach Frankfurt am Main und nach Weimar und besuchte damit beide Teile des geteilten Landes. 1952 kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in der Schweiz nieder.
Dort erschien 1954 der erste Teil der „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, ein heiterer Schelmenroman, den er nicht mehr vollenden konnte. Thomas Mann starb im August 1955 in Zürich.2
Lebenslauf von Thomas Mann
- 1875Geburt in Lübeck1, 2
- 1901Erscheinen seines ersten Romans „Buddenbrooks“1
- 1924Veröffentlichung des Romans „Der Zauberberg“1
- 1929Nobelpreis für Literatur, vor allem für die „Buddenbrooks“1
- 1933Beginn des Exils, zunächst in der Schweiz1
- 1938Übersiedlung in die USA1
- Zweiter WeltkriegRadioansprachen gegen das NS-Regime1
- 1955Tod in Zürich, Schweiz1, 2
Thomas Mann im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Thomas Mann
- Geboren
- 6. Juni 1875
- Geburtsort
- Lübeck
- Gestorben
- 12. August 1955
- Sterbeort
- Zürich, Schweiz
- Alter beim Tod
- 80 Jahre
- Tätigkeit
- Schriftsteller
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Thomas Mann
Wie alt wurde Thomas Mann?
Thomas Mann wurde 80 Jahre alt. Geboren am 6. Juni 1875 in Lübeck. Gestorben am 12. August 1955. Sterbeort: Zürich, Schweiz.
Worum geht es in den „Buddenbrooks“?
In dem Roman von 1901 erzählte Thomas Mann über vier Generationen vom Niedergang einer Lübecker Kaufmannsfamilie, wie schon der Untertitel „Verfall einer Familie“ ankündigte. Vor allem für dieses Buch erhielt er 1929 den Nobelpreis für Literatur.1
Warum ging Thomas Mann ins Exil?
Er lehnte den Nationalsozialismus ab. Als Hitler 1933 an die Macht kam, kehrte Mann von einer Reise nicht nach Deutschland zurück. Er lebte zunächst in der Schweiz, ab 1938 in den USA und sprach im Krieg per Radio gegen das Regime.1
Wann wurde Thomas Mann amerikanischer Staatsbürger?
Im Jahr 1944, sechs Jahre nach seiner Übersiedlung in die USA.1 Die deutsche Staatsbürgerschaft hatte ihm das NS-Regime bereits 1936 entzogen. 1952 kehrte er nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod in der Schweiz.
Wo ist Thomas Mann gestorben?
Als Sterbeort ist Zürich, Schweiz belegt. Gestorben am 12. August 1955.
Quellen
- LeMO Biografie · Thomas Mann. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/thomas-mann
- 12. August 2005 · Vor 50 Jahren: Thomas Mann gestorben, Stichtag · Stichtag · WDR. WDR. Redaktionelle Sekundärquelle.https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag1226.amp
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



