Vom Jurastudenten zum Autor des Werther
Goethe studierte Rechtswissenschaften, zuerst in Leipzig und später in Straßburg, und arbeitete danach eine Zeit lang als Anwalt in seiner Heimatstadt.1 Nebenher schrieb er Gedichte und Theaterstücke. Mit dem Ritterdrama „Götz von Berlichingen“ machte er 1773 auf sich aufmerksam. Das Stück wurde zu einem Schlüsselwerk des Sturm und Drang, einer Bewegung junger Autoren, die Gefühl, Natur und Freiheit gegen starre Regeln setzten.
Im Jahr darauf erschien der Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“.1 Darin ging es um einen jungen Mann, der an einer unerfüllbaren Liebe zerbrach und sich am Ende das Leben nahm. Das Buch machte den 25-jährigen Autor in ganz Europa bekannt. Junge Leser kleideten sich wie Werther in blauen Frack und gelbe Weste, Kritiker warfen dem Roman dagegen vor, den Selbstmord zu verklären.
Im Dienst des Weimarer Herzogs
1775 folgte Goethe einer Einladung des jungen Herzogs Carl August nach Weimar und blieb dort bis an sein Lebensende.1 Schon bald übernahm er Regierungsaufgaben. Er wurde Mitglied des Geheimen Consiliums, des obersten Beratungsgremiums des Herzogs, und kümmerte sich unter anderem um den Bergbau, den Straßenbau und die Staatsfinanzen.
1786 brach er zu einer Reise nach Italien auf, die fast zwei Jahre dauerte. Die Begegnung mit der antiken Kunst veränderte sein Schreiben: weg vom stürmischen Ton der Jugend, hin zu klarer Form und Maß. Nach der Rückkehr gab Goethe einen Teil seiner Ämter ab. Für Kunst und Wissenschaft im Herzogtum blieb er aber zuständig, und von 1791 bis 1817 leitete er das Weimarer Hoftheater.
Die Jahre mit Schiller und die Arbeit am Faust
Ab 1794 arbeitete Goethe eng mit Friedrich Schiller zusammen, eine Freundschaft, die bis zu Schillers Tod 1805 hielt.1 Die beiden lasen gegenseitig ihre Manuskripte, verfassten gemeinsam die spöttischen „Xenien“ und schrieben 1797 im Wettstreit Balladen. Diese Jahre bildeten den Kern dessen, was später Weimarer Klassik genannt wurde. Goethe vollendete damals „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, und Schiller ermunterte ihn, den liegengebliebenen „Faust“ wieder aufzunehmen.
Der erste Teil der Tragödie erschien 1808.1 Im Mittelpunkt standen der Gelehrte Heinrich Faust, der einen Pakt mit Mephisto schloss, und Gretchen, die an dieser Verbindung zugrunde ging. Den zweiten Teil stellte Goethe kurz vor seinem Tod fertig, gedruckt wurde er erst 1832, als der Dichter schon gestorben war.1 Dazwischen entstanden unter anderem „Die Wahlverwandtschaften“, die Lebenserinnerungen „Dichtung und Wahrheit“ und die Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“.
Naturforscher mit eigener Farbenlehre
Goethe sah sich selbst auch als Naturforscher. 1784 wies er nach, dass auch der Mensch einen Zwischenkieferknochen besitzt, und widersprach damit der Ansicht, dieser Knochen unterscheide den Menschen vom Tier. Wenige Jahre später folgte eine Schrift über die Metamorphose der Pflanzen.
Sein umfangreichstes naturwissenschaftliches Werk war „Zur Farbenlehre“ von 1810. Darin wandte sich Goethe gegen Isaac Newtons Lehre, weißes Licht setze sich aus farbigem Licht zusammen. In der Physik setzte sich Newton durch. Goethes Beobachtungen dazu, wie Menschen Farben wahrnehmen, beschäftigten später aber Maler, Psychologen und Philosophen.
Lebenslauf von Johann Wolfgang von Goethe
- 1749Geburt in Frankfurt am Main1, 2
- 1765 bis 1771Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig und Straßburg1
- 1774Veröffentlichung des Briefromans „Die Leiden des jungen Werthers“1
- 1775Übersiedlung nach Weimar, danach Regierungsaufgaben im Herzogtum1
- 1782Erhebung in den Adelsstand3
- 1794 bis 1805Enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit Friedrich Schiller1
- 1808Erscheinen von „Faust. Der Tragödie erster Teil“1
- 1832Veröffentlichung von „Faust II“ nach seinem Tod1
- 1832Tod in Weimar1, 2
Johann Wolfgang von Goethe im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Johann Wolfgang von Goethe
- Weitere Namen
- Johann Wolfgang Goethe
- Geboren
- 28. August 1749
- Geburtsort
- Frankfurt am Main
- Gestorben
- 22. März 1832
- Sterbeort
- Weimar
- Alter beim Tod
- 82 Jahre
- Tätigkeit
- Schriftsteller, Staatsmann und Naturforscher
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Johann Wolfgang von Goethe
Wie alt wurde Johann Wolfgang von Goethe?
Johann Wolfgang von Goethe wurde 82 Jahre alt. Geboren am 28. August 1749 in Frankfurt am Main. Gestorben am 22. März 1832. Sterbeort: Weimar.
Worum geht es in Goethes Faust?
Um den Gelehrten Heinrich Faust, der mit dem Teufel Mephisto einen Pakt schloss, um Erkenntnis und Erfüllung zu finden. Der erste Teil von 1808 erzählte vor allem die Tragödie Gretchens. Der zweite Teil wurde erst 1832 nach Goethes Tod veröffentlicht.1
Was verband Goethe und Schiller?
Eine Freundschaft und eine enge Zusammenarbeit. Ab 1794 tauschten sie sich über ihre Werke aus, schrieben gemeinsam die „Xenien“ und standen zusammen für die Weimarer Klassik. Die Zusammenarbeit endete erst mit Schillers Tod 1805.1
Was ist Goethes Farbenlehre?
Ein umfangreiches Werk von 1810, in dem Goethe Newtons Erklärung der Farben widersprach. Physikalisch behielt Newton recht, doch Goethes Beobachtungen zur Wahrnehmung von Farben griffen später Künstler und Psychologen auf.
Wo ist Johann Wolfgang von Goethe gestorben?
Als Sterbeort ist Weimar belegt. Gestorben am 22. März 1832.
Unter welchen Namen ist Johann Wolfgang von Goethe noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Johann Wolfgang Goethe. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- Personen · Deutschsprachige Literatur · Goethe-Institut Ungarn. Goethe-Institut. Redaktionelle Sekundärquelle.https://www.goethe.de/ins/hu/de/m/kul/ser/uak/per.cfm?personId=1093
- Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). heine-institut.de. Redaktionelle Sekundärquelle.https://heine-institut.de/gesamtbestand-archiv/alle/johann-wolfgang-von-goethe-1749-1832
- Johann Wolfgang von Goethe. Wikipedia (deutsch). Enzyklopädie; referenzierte Belege nachprüfen.https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



