Hauslehrer, Privatdozent, Professor
Kant studierte an der Universität seiner Heimatstadt und arbeitete danach einige Jahre als Hauslehrer bei Familien auf dem Land.2 1755 begann er als Privatdozent an der Königsberger Universität zu lehren. Er las über ein breites Spektrum: Logik und Metaphysik, aber auch Mathematik, Physik und Geografie.
Im selben Jahr erschien seine „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels“, in der er die Entstehung des Sonnensystems aus einer Wolke fein verteilter Materie erklärte. 1770 wurde er Professor für Logik und Metaphysik.2 Königsberg war damals eine preußische Handels- und Universitätsstadt; seit 1946 trägt sie den Namen Kaliningrad und gehört zu Russland.
Was können wir wissen? Die Kritik der reinen Vernunft
1781 erschien die „Kritik der reinen Vernunft“.1 Kant untersuchte darin, was die menschliche Vernunft überhaupt erkennen kann und wo ihre Grenzen liegen. Seine Antwort: Der Mensch erkenne die Dinge nicht, wie sie an sich seien, sondern so, wie sie ihm erschienen. Raum und Zeit seien keine Eigenschaften der Dinge selbst, sondern Formen der menschlichen Anschauung.
Kant verglich diese Umkehr der Perspektive selbst mit der Wende des Kopernikus. Später folgten die „Kritik der praktischen Vernunft“ (1788) und die „Kritik der Urteilskraft“ (1790).
Der kategorische Imperativ und die Aufklärung
Die Grundlage seiner Moralphilosophie legte Kant 1785 in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“, wo er den kategorischen Imperativ formulierte.1 Ein Imperativ ist ein Gebot. Kategorisch nannte Kant dieses Gebot, weil es unbedingt gilt, unabhängig davon, welche Wünsche oder Ziele jemand hat. Im zweiten Abschnitt der Grundlegung heißt es: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Eine Maxime ist dabei die persönliche Regel, nach der jemand handelt.
In einer weiteren Fassung verlangte Kant, den Menschen niemals bloß als Mittel zu gebrauchen, sondern immer zugleich als Zweck. Schon 1784 hatte er in einem Zeitschriftenaufsatz die Frage „Was ist Aufklärung?“ beantwortet. Der Text begann mit dem Satz: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“
Zum ewigen Frieden
1795 veröffentlichte der über 70-jährige Kant die Schrift „Zum ewigen Frieden“.1 In Form eines Vertragsentwurfs beschrieb er Bedingungen für einen dauerhaften Frieden: republikanische Verfassungen in den Staaten, einen Bund freier Staaten und ein Weltbürgerrecht, nach dem Fremde nicht feindselig behandelt werden dürfen. Spätere Einrichtungen wie der Völkerbund und die Vereinten Nationen wurden oft mit diesem Entwurf in Verbindung gebracht.
Sein Einfluss reichte weit. Friedrich Schiller arbeitete sich in den 1790er-Jahren intensiv an Kants Ästhetik ab, und im 20. Jahrhundert stützte Hannah Arendt ihre Überlegungen zur politischen Urteilskraft auf ihn. 2024 wurde Kants 300. Geburtstag in vielen Ländern mit Ausstellungen, Tagungen und Veröffentlichungen begangen.1
Lebenslauf von Immanuel Kant
- 1724Geburt in Königsberg, heute Kaliningrad1, 2
- ab 1740Studium an der Universität Königsberg2
- 1755Beginn der Lehrtätigkeit als Privatdozent in Königsberg2
- 1770Professor für Logik und Metaphysik2
- 1781„Kritik der reinen Vernunft“1
- 1785„Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ mit dem kategorischen Imperativ1
- 1795Friedensschrift „Zum ewigen Frieden“1
- 1804Tod in Königsberg, heute Kaliningrad1, 2
Immanuel Kant im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Immanuel Kant
- Geboren
- 22. April 1724
- Geburtsort
- Königsberg, heute Kaliningrad
- Gestorben
- 12. Februar 1804
- Sterbeort
- Königsberg, heute Kaliningrad
- Alter beim Tod
- 79 Jahre
- Tätigkeit
- Philosoph
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Immanuel Kant
Wie alt wurde Immanuel Kant?
Immanuel Kant wurde 79 Jahre alt. Geboren am 22. April 1724 in Königsberg, heute Kaliningrad. Gestorben am 12. Februar 1804. Sterbeort: Königsberg, heute Kaliningrad.
Was ist der kategorische Imperativ?
Kants oberstes Prinzip der Moral, formuliert 1785 in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“. Es verlangt, nur nach Regeln zu handeln, von denen man wollen kann, dass sie für alle gelten. Kategorisch heißt es, weil es ohne Bedingung gilt.1
Worum geht es in der „Kritik der reinen Vernunft“?
Um die Frage, was der Mensch mit seiner Vernunft erkennen kann. Kant kam 1781 zu dem Ergebnis, dass wir die Dinge nur so erkennen, wie sie uns erscheinen, und dass Fragen etwa nach Gott oder der Unsterblichkeit die Grenzen sicheren Wissens überschreiten.1
Was verstand Kant unter Aufklärung?
In seinem Aufsatz von 1784 beschrieb er Aufklärung als den „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Gemeint war der Mut, sich des eigenen Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen.
Wo ist Immanuel Kant gestorben?
Als Sterbeort ist Königsberg, heute Kaliningrad belegt. Gestorben am 12. Februar 1804.
Quellen
- 300 Jahre Immanuel Kant · Transatlantisches · Gegenüber · Goethe-Institut. Goethe-Institut. Redaktionelle Sekundärquelle.https://www.goethe.de/prj/geg/de/thm/kan/25570709.html
- Immanuel Kant: Freier Geist mit festem Wohnsitz · ARD alpha · Fernsehen · BR.de. BR. Redaktionelle Sekundärquelle.https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/kant-fuer-anfaenger/biografie100.html
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



