Aus einer thüringischen Musikerfamilie
Bach stammte aus einer weit verzweigten Musikerfamilie, in der über Generationen Stadtmusiker, Organisten und Kantoren tätig waren.1 Musik war in diesem Umfeld ein Handwerk, das man in der Familie lernte und weitergab.
Über seiner Geburtsstadt Eisenach erhebt sich die Wartburg, auf der Martin Luther mehr als 160 Jahre zuvor das Neue Testament übersetzt hatte. Die lutherische Kirchenmusik mit ihren Chorälen wurde später zum Zentrum von Bachs Schaffen.
Von der Orgel in Arnstadt an den Hof in Köthen
Seine ersten Organistenstellen hatte Bach in Arnstadt und Mühlhausen. In Weimar arbeitete er anschließend als Hoforganist und später als Konzertmeister des Herzogs, bevor er Hofkapellmeister beim Fürsten von Anhalt-Köthen wurde.1 Aus der Weimarer Zeit stammt ein großer Teil seiner Orgelwerke.
Der Köthener Hof war reformiert und brauchte kaum aufwendige Kirchenmusik, also schrieb Bach dort vor allem Instrumentalmusik. 1721 widmete er dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg sechs Konzerte, die als Brandenburgische Konzerte bekannt wurden. Ein Jahr später lag der erste Teil des „Wohltemperierten Klaviers“ vor, eine Sammlung von Präludien und Fugen durch alle 24 Dur- und Moll-Tonarten.1
Fast drei Jahrzehnte Thomaskantor
1723 trat Bach das Amt des Thomaskantors in Leipzig an und behielt es bis zu seinem Tod.1 Er unterrichtete an der Thomasschule, leitete den Thomanerchor und war für die Musik in den Hauptkirchen der Stadt verantwortlich. In den ersten Jahren komponierte er für die Gottesdienste fast Woche für Woche eine neue Kantate.
In Leipzig entstanden die Johannes-Passion, die Matthäus-Passion, das Weihnachtsoratorium und die h-Moll-Messe. Die Matthäus-Passion erzählte die Leidensgeschichte Jesu nach dem Evangelium des Matthäus und war für zwei Chöre und zwei Orchester angelegt.1 Daneben leitete Bach ein studentisches Collegium musicum, für das er auch weltliche Musik schrieb, etwa die heitere Kaffeekantate. In seinen letzten Lebensjahren arbeitete er an der „Kunst der Fuge“, die unvollendet blieb.
Vergessen und wiederentdeckt
Nach Bachs Tod wurden seine großen Chorwerke lange kaum aufgeführt, seine Musik für Tasteninstrumente studierten Musiker aber weiter. Der junge Ludwig van Beethoven etwa lernte in Bonn das „Wohltemperierte Klavier“ kennen. 1829 brachte der junge Felix Mendelssohn Bartholdy die Matthäus-Passion in Berlin wieder zur Aufführung. Mit diesem Konzert begann eine Wiederentdeckung, die Bach im 19. Jahrhundert endgültig in den Rang der großen Komponisten hob.
Seine Werke wurden später im Bach-Werke-Verzeichnis erfasst und tragen seither die Abkürzung BWV mit einer Nummer. Sein Grab befindet sich seit 1950 in der Leipziger Thomaskirche, an der er so lange gewirkt hatte.
Lebenslauf von Johann Sebastian Bach
- 1685Geburt in Eisenach1, 2
- 1703Organist in Arnstadt1
- 1707Organist in Mühlhausen1
- 1708 bis 1717Hoforganist und später Konzertmeister in Weimar1
- 1717 bis 1723Hofkapellmeister in Köthen1
- 1721Widmung der Brandenburgischen Konzerte an den Markgrafen von Brandenburg1
- 1723 bis 1750Thomaskantor in Leipzig1
- 1750Tod in Leipzig1, 2
Johann Sebastian Bach im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Johann Sebastian Bach
- Weitere Namen
- J. S. Bach
- Geboren
- 21. März 1685 (julianischer Kalender) bzw. 31. März 1685 (gregorianischer Kalender)
- Geburtsort
- Eisenach
- Gestorben
- 28. Juli 1750
- Sterbeort
- Leipzig
- Alter beim Tod
- 65 Jahre
- Tätigkeit
- Komponist, Organist und Thomaskantor
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Johann Sebastian Bach
Wie alt wurde Johann Sebastian Bach?
Johann Sebastian Bach wurde 65 Jahre alt. Zum Geburtsdatum: 21. März 1685 (julianischer Kalender) bzw. 31. März 1685 (gregorianischer Kalender). Als Geburtsort ist Eisenach belegt. Gestorben am 28. Juli 1750. Sterbeort: Leipzig.
Was macht ein Thomaskantor?
Er leitet den Thomanerchor und verantwortet die Kirchenmusik an den Leipziger Hauptkirchen. Bach hatte das Amt von 1723 bis zu seinem Tod 1750 inne und schrieb dafür unter anderem Kantaten und Passionen.1
Welche Werke von Bach sind besonders bekannt?
Dazu zählen die Matthäus-Passion, die Brandenburgischen Konzerte und das Wohltemperierte Klavier, außerdem die Johannes-Passion, das Weihnachtsoratorium, die h-Moll-Messe und die Goldberg-Variationen.1
Stammte Bach aus einer Musikerfamilie?
Ja. Die Familie Bach war über Generationen als Musikerfamilie bekannt, viele ihrer Mitglieder arbeiteten als Stadtmusiker, Organisten oder Kantoren. Johann Sebastian wuchs also in einem Umfeld auf, in dem Musik als Beruf weitergegeben wurde.1
Wo ist Johann Sebastian Bach gestorben?
Als Sterbeort ist Leipzig belegt. Gestorben am 28. Juli 1750.
Unter welchen Namen ist Johann Sebastian Bach noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: J. S. Bach. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- Johann Sebastian Bach · Eine Chronologie · Bach-Archiv Leipzig. bach-leipzig.de. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.bach-leipzig.de/de/neutral/johann-sebastian-bach-%E2%80%93-eine-chronologie
- Metropolitan Museum of Art: Happy Birthday, Johann Sebastian. metmuseum.org. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.metmuseum.org/perspectives/bach-birthday
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



