Der Durchbruch mit dem „Blauen Engel“
In den 1920er-Jahren stand Dietrich in Berlin auf Theater- und Revuebühnen und spielte in einer Reihe von Stummfilmen. Bei einem Revueauftritt fiel sie dem Regisseur Josef von Sternberg auf. Mit ihm kam 1930 der Durchbruch: „Der blaue Engel“.1 Die Vorlage für den Film war Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“. Dietrich spielte die Sängerin Lola Lola, die einen von Emil Jannings verkörperten Gymnasialprofessor in den Untergang trieb.
Das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ aus dem Film wurde ein Schlager und blieb ihr Leben lang mit ihr verbunden.
Hollywood und Sternberg
Noch 1930 ging Dietrich mit Sternberg nach Hollywood.1 Bei Paramount drehten die beiden mehrere Filme, darunter „Marokko“ und „Shanghai Express“. Dietrich verkörperte darin kühle, selbstbewusste Frauen, in „Marokko“ trat sie in Männerkleidung mit Zylinder auf. Dieses Bild wurde zu einem ihrer Markenzeichen.
Später spielte sie in Western, Komödien und Dramen, etwa in „Der große Bluff“ von 1939 und in Billy Wilders „Zeugin der Anklage“ von 1957. In „Das Urteil von Nürnberg“, einem Film über die Rolle der Justiz im NS-Staat, verkörperte sie 1961 die Witwe eines deutschen Generals.
Gegen das NS-Regime, für die alliierten Truppen
Mit dem Deutschland Hitlers wollte Dietrich nichts zu tun haben. 1939 nahm sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an.1 Während des Krieges warb sie für Kriegsanleihen und trat vor amerikanischen Soldaten auf, auch in Frontnähe in Nordafrika, Italien und Frankreich.1
Zu ihrem Programm gehörte „Lili Marleen“. Bekannt gemacht hatte das Lied ursprünglich Lale Andersen, im Krieg hörten es Soldaten auf beiden Seiten der Front. Dietrich sang es für die Alliierten und machte es so auch zu einem Teil ihrer eigenen Geschichte.
Dass sie gegen das Regime ihres Herkunftslandes Partei ergriffen hatte, nahmen ihr manche in Deutschland lange übel. Bei ihrer Tournee durch die Bundesrepublik 1960 erlebte sie viel Beifall, aber auch offene Anfeindungen.
Zweite Karriere auf der Konzertbühne
Nach dem Krieg wurden die Filmrollen seltener, dafür baute Dietrich eine internationale Konzertkarriere auf.1 Ab den 1950er-Jahren trat sie mit eigener Show in Las Vegas, London und vielen anderen Städten auf, über Jahre begleitet von Burt Bacharach als Arrangeur und Dirigent. Zu ihrem Repertoire gehörten Lieder aus ihren Filmen ebenso wie „Sag mir, wo die Blumen sind“.
Mitte der 1970er-Jahre zog sie sich von der Bühne zurück, 1978 stand sie für „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ ein letztes Mal vor der Kamera. Danach lebte sie bis zu ihrem Tod 1992 sehr zurückgezogen in Paris. Beigesetzt wurde sie in Berlin, das sie 2002 posthum zur Ehrenbürgerin ernannte.
Lebenslauf von Marlene Dietrich
- 1901Geburt in Schöneberg, heute Berlin1
- 1930Durchbruch mit dem Film „Der blaue Engel“1
- ab 1930Filmkarriere in Hollywood1
- 1939Amerikanische Staatsbürgerschaft1
- Zweiter WeltkriegEngagement gegen das NS-Regime und Auftritte für alliierte Soldaten1
- nach 1945Internationale Konzertkarriere als Sängerin1
- 1992Tod in Paris, Frankreich1
Marlene Dietrich im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Marlene Dietrich
- Weitere Namen
- Marie Magdalene Dietrich
- Geboren
- 27. Dezember 1901
- Geburtsort
- Schöneberg, heute Berlin
- Gestorben
- 6. Mai 1992
- Sterbeort
- Paris, Frankreich
- Alter beim Tod
- 90 Jahre
- Tätigkeit
- Schauspielerin und Sängerin
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Marlene Dietrich
Wie alt wurde Marlene Dietrich?
Marlene Dietrich wurde 90 Jahre alt. Geboren am 27. Dezember 1901 in Schöneberg, heute Berlin. Gestorben am 6. Mai 1992. Sterbeort: Paris, Frankreich.
Hat Marlene Dietrich „Lili Marleen“ als Erste gesungen?
Nein. Bekannt gemacht hat das Lied ursprünglich Lale Andersen. Dietrich sang es im Zweiten Weltkrieg bei ihren Auftritten für alliierte Soldaten, und viele verbinden es seitdem auch mit ihr.1
Wann wurde Marlene Dietrich Amerikanerin?
1939 nahm sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Aufgewachsen war sie in Berlin, doch mit dem NS-Regime wollte sie nichts zu tun haben und stellte sich im Krieg auf die Seite der Alliierten.1
Mit welchem Film wurde Marlene Dietrich berühmt?
Mit „Der blaue Engel“ von 1930. Unter der Regie von Josef von Sternberg spielte sie die Sängerin Lola Lola. Der Erfolg ebnete ihr den Weg nach Hollywood, wo sie mit Sternberg weitere Filme drehte.1
Wo ist Marlene Dietrich gestorben?
Als Sterbeort ist Paris, Frankreich belegt. Gestorben am 6. Mai 1992.
Unter welchen Namen ist Marlene Dietrich noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Marie Magdalene Dietrich. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- LeMO Biografie · Marlene Dietrich. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/marlene-dietrich
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



