Geschichte & Kultur

Biografie und Steckbrief Rosa Luxemburg

Sozialistin, Mitgründerin der KPD

Rosa Luxemburg gehörte vor dem Ersten Weltkrieg zu den bekanntesten Köpfen der sozialistischen Bewegung, als Rednerin, Theoretikerin und Publizistin.1 Sie kam am 5. März 1871 in Zamość zur Welt, das damals zum Russischen Reich gehörte und heute in Polen liegt.2 Den Krieg bekämpfte sie entschieden, zum Jahreswechsel 1918/1919 war sie an der Gründung der KPD beteiligt.1 Am 15. Januar 1919 wurde sie in Berlin ermordet, sie war 47 Jahre alt.1

Biografie und Steckbrief zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026 · 2 Quellen · So arbeiten wir

Illustriertes Porträt von Rosa Luxemburg
KI-generierte Illustration
Geboren
5. März 1871Zamość, heute Polen, damals Russisches Reich
Gestorben
15. Januar 1919Berlin
Lebensdaten
47 Jahre alt geworden
Tätigkeit
Politikerin, sozialistische Theoretikerin und Publizistin

Von Zamość über Zürich nach Berlin

Einen polnischen Staat gab es bei ihrer Geburt nicht. Zamość lag im russisch beherrschten Teil Polens, unabhängig wurde Polen erst nach dem Ersten Weltkrieg. Schon als Schülerin in Warschau kam Luxemburg mit sozialistischen Kreisen in Berührung, die im Zarenreich verfolgt wurden.

Ihr Weg führte sie in die Schweiz. An der Universität Zürich, die Frauen früher als die meisten deutschen Hochschulen zum Studium zuließ, wurde sie 1897 mit einer Arbeit über die industrielle Entwicklung Polens promoviert.1 Ein Jahr später zog sie nach Berlin, um in der deutschen Sozialdemokratie mitzuarbeiten.1 Der polnischen Arbeiterbewegung blieb sie daneben eng verbunden.

Streitbare Stimme in der SPD

In der SPD machte sie sich rasch einen Namen als mitreißende Rednerin und scharfe Theoretikerin.1 In der Schrift „Sozialreform oder Revolution?“ wandte sie sich 1899 gegen Eduard Bernstein, der die Partei auf einen Weg schrittweiser Reformen innerhalb der bestehenden Ordnung führen wollte. Nach der russischen Revolution von 1905 warb sie für den politischen Massenstreik als Kampfmittel und geriet darüber mit Partei- und Gewerkschaftsführung in Streit.

Ab 1907 unterrichtete sie an der Parteischule der SPD in Berlin Nationalökonomie. 1913 erschien ihr ökonomisches Hauptwerk „Die Akkumulation des Kapitals“, in dem sie an die Theorie von Karl Marx anknüpfte und sie in wichtigen Punkten weiterdachte.

Gegen den Krieg und hinter Gefängnismauern

Im August 1914 stimmte die SPD-Fraktion im Reichstag den Kriegskrediten zu. Luxemburg lehnte diese Unterstützung des Ersten Weltkriegs scharf ab und baute mit Karl Liebknecht und anderen Kriegsgegnern die Spartakusgruppe auf, aus der später der Spartakusbund hervorging.1

Einen großen Teil der Kriegsjahre verbrachte sie in Haft. Dort schrieb sie 1918 auch über die Revolution in Russland. Sie begrüßte den Umsturz, kritisierte aber, dass die Bolschewiki demokratische Freiheiten einschränkten. Der Text erschien erst nach ihrem Tod. Ihre Kritik traf damit sowohl die Kriegspolitik der SPD als auch die Methoden der Bolschewiki und lässt sich nicht einfach einer heutigen Parteilinie zuordnen.

Revolution, KPD und Mord

Mit der Novemberrevolution 1918 kam sie frei und gab in Berlin mit Liebknecht die Zeitung „Die Rote Fahne“ heraus. Zum Jahreswechsel 1918/1919 war sie an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands beteiligt.1 Auf dem Gründungsparteitag sprach sie sich dafür aus, an den Wahlen zur Nationalversammlung teilzunehmen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Nach den Januarkämpfen in Berlin wurden Luxemburg und Liebknecht am 15. Januar 1919 aufgegriffen und noch am selben Abend von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet.1 Ihre Leiche warfen die Täter in den Landwehrkanal, gefunden wurde sie erst Monate später.

Lebenslauf von Rosa Luxemburg

  1. 1871Geburt in Zamość, heute Polen, damals Russisches Reich1, 2
  2. 1897Promotion an der Universität Zürich über die industrielle Entwicklung Polens1
  3. 1898Umzug nach Berlin, Rednerin und Theoretikerin der Sozialdemokratie1
  4. Erster WeltkriegKampf gegen die Unterstützung des Krieges, Mitglied der Spartakusgruppe1
  5. 1918/1919Beteiligung an der Gründung der KPD1
  6. 1919Tod in Berlin1, 2

Rosa Luxemburg im Steckbrief: Lebensdaten

Name
Rosa Luxemburg
Weitere Namen
Rozalia Luxenburg, Rosalie Luxemburg
Geboren
5. März 1871
Geburtsort
Zamość, heute Polen, damals Russisches Reich
Gestorben
15. Januar 1919
Sterbeort
Berlin
Alter beim Tod
47 Jahre
Tätigkeit
Politikerin, sozialistische Theoretikerin und Publizistin
Thema
Geschichte & Kultur

Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.

Häufige Fragen zu Rosa Luxemburg

Wie alt wurde Rosa Luxemburg?

Rosa Luxemburg wurde 47 Jahre alt. Geboren am 5. März 1871 in Zamość, heute Polen, damals Russisches Reich. Gestorben am 15. Januar 1919. Sterbeort: Berlin.

Wer hat Rosa Luxemburg ermordet?

Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, einer in Berlin stationierten militärischen Einheit. Sie töteten Luxemburg am 15. Januar 1919, am selben Tag wurde auch Karl Liebknecht ermordet.1

Was war der Spartakusbund?

Ein Zusammenschluss von Kriegsgegnern am linken Rand der Sozialdemokratie. Er ging aus der Spartakusgruppe hervor, die sich während des Ersten Weltkriegs um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bildete. Zum Jahreswechsel 1918/1919 gründete der Spartakusbund gemeinsam mit anderen linksradikalen Gruppen die KPD.1

Welche Rolle spielte Rosa Luxemburg bei der Gründung der KPD?

Sie war zum Jahreswechsel 1918/1919 an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands beteiligt. Nur gut zwei Wochen später, am 15. Januar 1919, wurde sie in Berlin ermordet.1

Wo ist Rosa Luxemburg gestorben?

Als Sterbeort ist Berlin belegt. Gestorben am 15. Januar 1919.

Unter welchen Namen ist Rosa Luxemburg noch bekannt?

Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Rozalia Luxenburg, Rosalie Luxemburg. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.

Profil teilen

Quellen

  1. LeMO Biografie · Rosa Luxemburg. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/rosa-luxemburg
  2. Stichtag · 5. März 1871: Rosa Luxemburg wird geboren · WDR. WDR. Öffentlich-rechtlicher Sender; datierte Darstellung.https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-rosa-luxemburg-106.amp

Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.

Mehr aus Geschichte & Kultur

Alle Profile in Geschichte & Kultur
Illustration eines Biografie-Blatts mit Porträt, das mit einem Stift korrigiert wird

Fehler entdeckt? Wir kümmern uns.

Stimmt eine Angabe nicht? Sag uns Bescheid und hilf uns, die Biografien aktuell zu halten.

Hinweis schicken