Geschichte & Kultur

Biografie und Steckbrief Sophie Scholl

Widerstandskämpferin, Weiße Rose

Sophie Scholl gehörte zur Weißen Rose, einer Widerstandsgruppe in München, die mit Flugblättern gegen die NS-Diktatur aufrief.1 Geboren wurde sie am 9. Mai 1921 in Forchtenberg. Am 18. Februar 1943 wurde sie zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Universität festgenommen.1 Vier Tage später verurteilte sie der Volksgerichtshof zum Tode, noch am selben Tag wurde sie in München hingerichtet. Sophie Scholl war 21 Jahre alt.1

Biografie und Steckbrief zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026 · 1 Quelle · So arbeiten wir

Illustriertes Porträt von Sophie Scholl
KI-generierte Illustration
Geboren
9. Mai 1921Forchtenberg
Gestorben
22. Februar 1943München
Lebensdaten
21 Jahre alt geworden
Tätigkeit
Studentin und Widerstandskämpferin

Jugend zwischen Anpassung und Abstand

Sophie Scholl wuchs in Württemberg auf, den größten Teil ihrer Jugend verbrachte sie in Ulm. Wie viele Jugendliche ihres Jahrgangs machte sie zunächst im Bund Deutscher Mädel mit, ging aber in den späten 1930er-Jahren immer mehr auf Distanz zum NS-Staat.

Nach dem Abitur ließ sie sich zur Kindergärtnerin ausbilden. Bevor sie studieren durfte, musste sie Reichsarbeitsdienst und Kriegshilfsdienst leisten. Im Mai 1942 begann sie schließlich in München ein Studium der Biologie und Philosophie.1

Flugblätter gegen die Diktatur

In München fand sie Anschluss an den Kreis um ihren Bruder Hans Scholl. Er hatte im Sommer 1942 zusammen mit seinem Freund Alexander Schmorell die ersten Flugblätter der Weißen Rose geschrieben. Zum engeren Kreis gehörten außerdem Christoph Probst, Willi Graf und der Professor Kurt Huber.1

Die Flugblätter prangerten die Verbrechen des Regimes an, darunter den Mord an den Juden in Polen, und riefen zum Widerstand gegen Adolf Hitler auf. Sophie Scholl beteiligte sich an Herstellung und Verbreitung der Texte.1 Die Gruppe vervielfältigte die Flugblätter, verschickte sie mit der Post an ausgewählte Adressen und brachte sie auch in andere Städte. Anfang Februar 1943 malten Mitglieder nachts Parolen wie „Freiheit“ an Münchner Hauswände. Nach der Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad wandte sich das sechste Flugblatt Anfang 1943 direkt an die Studierenden.

Festnahme und Urteil des Volksgerichtshofs

Am 18. Februar 1943 legten Hans und Sophie Scholl Stapel des sechsten Flugblatts in der Münchner Universität aus. Vom oberen Stockwerk flatterten Blätter in den Lichthof. Ein Hausmeister beobachtete das und hielt die beiden fest, kurz darauf nahm die Gestapo sie in Haft.1

In den Verhören bestritt Sophie Scholl zunächst jede Beteiligung, bekannte sich dann aber zu ihrem Handeln. Nach nur vier Tagen verurteilte der Volksgerichtshof unter seinem Präsidenten Roland Freisler Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst am 22. Februar 1943 zum Tode. Noch am selben Tag wurden die drei im Gefängnis München-Stadelheim hingerichtet.1 In einem weiteren Prozess wurden später auch Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Wie die Weiße Rose weiterwirkte

Der Text des sechsten Flugblatts gelangte auf Umwegen nach Großbritannien. Noch 1943 warfen britische Flugzeuge ihn in großer Zahl über Deutschland ab, sodass die Gedanken der Münchner Gruppe doch noch viele Menschen erreichten.

Nach dem Krieg wurde die Weiße Rose zu einem der bekanntesten Beispiele für Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Schulen, Straßen und Plätze tragen den Namen der Geschwister Scholl, vor der Münchner Universität liegt der Geschwister-Scholl-Platz. Sophie Scholl steht dabei für die Entscheidung, sich einer Diktatur unter Einsatz des eigenen Lebens zu widersetzen.

Lebenslauf von Sophie Scholl

  1. 1921Geburt in Forchtenberg1
  2. 1942Beginn des Studiums der Biologie und Philosophie in München1
  3. 1942 bis 1943Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose um ihren Bruder Hans Scholl1
  4. 1942 bis 1943Beteiligung an Flugblattaktionen gegen die NS-Diktatur1
  5. Februar 1943Festnahme mit Hans Scholl in der Münchner Universität1
  6. Februar 1943Todesurteil durch den Volksgerichtshof1
  7. 1943Tod in München1

Sophie Scholl im Steckbrief: Lebensdaten

Name
Sophie Scholl
Geboren
9. Mai 1921
Geburtsort
Forchtenberg
Gestorben
22. Februar 1943
Sterbeort
München
Alter beim Tod
21 Jahre
Tätigkeit
Studentin und Widerstandskämpferin
Thema
Geschichte & Kultur

Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.

Häufige Fragen zu Sophie Scholl

Wie alt wurde Sophie Scholl?

Sophie Scholl wurde 21 Jahre alt. Geboren am 9. Mai 1921 in Forchtenberg. Gestorben am 22. Februar 1943. Sterbeort: München.

Was war die Weiße Rose?

Eine Widerstandsgruppe in München, getragen vor allem von Studierenden und dem Professor Kurt Huber. 1942 und 1943 verbreitete sie sechs Flugblätter gegen die NS-Diktatur. Zu ihr gehörten Hans und Sophie Scholl.1

Warum wurde Sophie Scholl hingerichtet?

Weil sie Flugblätter gegen das NS-Regime verbreitet hatte. Nach ihrer Festnahme in der Universität verurteilte sie der Volksgerichtshof am 22. Februar 1943 zum Tode, noch am selben Tag wurde das Urteil vollstreckt.1

Wer war Hans Scholl?

Sophies älterer Bruder. Der Medizinstudent gehörte zu den Gründern der Weißen Rose und schrieb mit Alexander Schmorell die ersten Flugblätter. Er wurde mit seiner Schwester festgenommen, zum Tode verurteilt und am selben Tag hingerichtet.1

Wo ist Sophie Scholl gestorben?

Als Sterbeort ist München belegt. Gestorben am 22. Februar 1943.

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Quellen

  1. LeMO Biografie · Sophie Scholl. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/sophie-scholl

Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.

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