Aus Baden ins Kanzleramt
Schäuble war promovierter Jurist und kam 1972 für die CDU in den Bundestag. Er vertrat dort den Wahlkreis Offenburg und blieb Abgeordneter bis zu seinem Tod.1 Seine ersten Jahre im Parlament verbrachte er in der Opposition, denn bis 1982 regierte in Bonn die sozialliberale Koalition.
1984 holte ihn Helmut Kohl als Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben in die Regierung. Diese Aufgabe hatte er bis 1989 inne.3 Im selben Jahr wechselte er an die Spitze des Bundesinnenministeriums, das er bis 1991 führte. Damit saß er an der entscheidenden Stelle, als die Mauer fiel und die Einheit auf die Tagesordnung kam.
Der Einigungsvertrag und das Attentat von 1990
1990 führte Schäuble für die Bundesrepublik die Verhandlungen über den Einigungsvertrag mit der DDR.3 Sein Gegenüber war der DDR-Staatssekretär Günther Krause. Der Vertrag regelte die Einzelheiten des Beitritts, etwa welches Recht künftig in den neuen Ländern gelten sollte. Unterzeichnet wurde er am 31. August 1990, am 3. Oktober war Deutschland vereint.
Wenige Tage später, im Oktober 1990, wurde Schäuble bei einem Wahlkampfauftritt in Oppenau von einem Attentäter angeschossen. Seitdem war er querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Seine politische Arbeit setzte er fort.
Fraktionschef, Parteichef und zweimal Minister unter Merkel
Von 1991 bis 2000 führte Schäuble die Unionsfraktion im Bundestag, von 1998 bis 2000 war er zudem Bundesvorsitzender der CDU. Er folgte in diesem Amt auf Kohl. Im Jahr 2000 gab er beide Ämter ab. An die Spitze der Partei rückte Angela Merkel, den Fraktionsvorsitz übernahm Friedrich Merz.
Unter Merkel kehrte Schäuble ins Kabinett zurück, zunächst von 2005 bis 2009 erneut als Innenminister, dann von 2009 bis 2017 als Bundesminister der Finanzen.1 In seine Zeit im Finanzministerium fielen die Euro-Schuldenkrise und die Hilfspakete für Griechenland. Innenpolitisch verband sich sein Name mit dem Ziel eines Bundeshaushalts ohne neue Schulden, der sogenannten schwarzen Null.
Präsident des Parlaments
2017 wählte der Bundestag Schäuble zu seinem Präsidenten. Das Amt hatte er bis 2021 inne.1 In diese Jahre fielen der erste Einzug der AfD in den Bundestag und die Arbeit des Parlaments unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Zu Beginn der neuen Wahlperiode im Herbst 2021 eröffnete er als Alterspräsident die erste Sitzung, danach übernahm Bärbel Bas die Leitung des Parlaments.
Schäuble blieb auch danach Abgeordneter. Ende Dezember 2023 starb er in Offenburg.2 Seine Zeit im Bundestag hatte 1972 begonnen, als Willy Brandt Kanzler war, und reichte bis in die Jahre der Ampel-Koalition.
Lebenslauf von Wolfgang Schäuble
- 1942Geburt in Freiburg im Breisgau1, 2, 3
- 1972Erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt1
- 1984 bis 1989Chef des Bundeskanzleramtes3
- 1990Verhandlungsführer der Bundesrepublik beim Einigungsvertrag, als Bundesinnenminister3
- 2009 bis 2017Bundesminister der Finanzen1
- 2017 bis 2021Präsident des Deutschen Bundestages1
- 2023Tod in Offenburg1, 2, 3
Wolfgang Schäuble im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Wolfgang Schäuble
- Geboren
- 18. September 1942
- Geburtsort
- Freiburg im Breisgau
- Gestorben
- 26. Dezember 2023
- Sterbeort
- Offenburg
- Alter beim Tod
- 81 Jahre
- Tätigkeit
- Jurist und Politiker (CDU)
- Thema
- Politik
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, 3, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Wolfgang Schäuble
Wie alt wurde Wolfgang Schäuble?
Wolfgang Schäuble wurde 81 Jahre alt. Geboren am 18. September 1942 in Freiburg im Breisgau. Gestorben am 26. Dezember 2023. Sterbeort: Offenburg.
Wann war Wolfgang Schäuble Bundestagspräsident?
Von 2017 bis 2021. Zuvor war er von 2009 bis 2017 Finanzminister gewesen, seine Nachfolgerin wurde Bärbel Bas. Abgeordneter blieb Schäuble bis zu seinem Tod im Dezember 2023.1, 2
Was geschah beim Attentat auf Wolfgang Schäuble?
Im Oktober 1990 wurde Schäuble bei einer Wahlkampfveranstaltung in Oppenau im Schwarzwald angeschossen. Seitdem war er querschnittsgelähmt und saß im Rollstuhl. Seine Laufbahn setzte er fort, später unter anderem als Finanzminister von 2009 bis 2017 und als Bundestagspräsident von 2017 bis 2021.1
Welche Rolle spielte Schäuble beim Einigungsvertrag?
Als Bundesinnenminister, ein Amt, das er von 1989 bis 1991 innehatte, führte er 1990 die Verhandlungen für die Bundesrepublik. Der Vertrag wurde am 31. August 1990 unterzeichnet und regelte die Einzelheiten des Beitritts der DDR.3
Wo ist Wolfgang Schäuble gestorben?
Als Sterbeort ist Offenburg belegt. Gestorben am 26. Dezember 2023.
Quellen
- Archivierte Abgeordnetenbiografie von Dr. Wolfgang Schäuble in der 20. Wahlperiode (2021 bis 2025) · Deutscher Bundestag. Deutscher Bundestag. Institutionelle Primärquelle.https://www.bundestag.de/webarchiv/abgeordnete/biografien20/S/schaeuble_wolfgang-857936
- Deutscher Bundestag: Nachruf auf Wolfgang Schäuble. Deutscher Bundestag. Institutionelle Primärquelle.https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw52-nachruf-schaeuble-984566
- LeMO Biografie Wolfgang Schäuble. Haus der Geschichte, LeMO. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.hdg.de/lemo/biografie/wolfgang-schaeuble.htm
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



