Vom Dresdner Schüler zum Berliner Großstadtautor
Kästner wuchs in Dresden auf, studierte nach dem Ersten Weltkrieg in Leipzig und schrieb dort bereits für Zeitungen. Ende der 1920er-Jahre ging er nach Berlin und wurde schnell zu einer bekannten Stimme der Stadt. Seine Gedichte, gesammelt etwa in „Herz auf Taille“, nahmen den Alltag von Angestellten, Liebespaaren und kleinen Leuten mit trockenem Witz aufs Korn.
1929 erschien „Emil und die Detektive“.1 Der Junge Emil Tischbein wird auf der Zugfahrt nach Berlin bestohlen und jagt den Dieb mit einer Bande Berliner Kinder durch die Stadt. Ungewöhnlich für ein Kinderbuch jener Zeit war der Schauplatz: eine moderne Großstadt mit Straßenbahnen, Hotels und dichtem Verkehr. Die Zeichnungen stammten von Walter Trier, der noch viele weitere Kästner-Bücher illustrierte. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und international bekannt.3 Bald folgten „Pünktchen und Anton“ und „Das fliegende Klassenzimmer“.
„Fabian“ und die Bücherverbrennung
1931 veröffentlichte Kästner den Roman „Fabian“ mit dem Untertitel „Die Geschichte eines Moralisten“.1 Er erzählte darin von einem jungen Werbetexter, der im Berlin der späten Weimarer Republik seine Stelle verliert und durch eine Stadt treibt, in der Arbeitslosigkeit, Vergnügungssucht und politische Radikalisierung nebeneinanderstehen.
Zwei Jahre später warfen die Nationalsozialisten auch Kästners Bücher ins Feuer.1 Bei der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz im Mai 1933 stand er nach eigener Darstellung selbst in der Menge und sah zu, wie seine Werke verbrannt wurden.
Geblieben, aber eingeschränkt
Anders als viele Kolleginnen und Kollegen blieb Kästner in Deutschland.1 Seine Lage in den folgenden zwölf Jahren war widersprüchlich. In Deutschland waren seine Bücher weitgehend unerwünscht, einige erschienen aber im Ausland, vor allem in der Schweiz. Unter einem Pseudonym arbeitete er zeitweise für den Film, so schrieb er das Drehbuch zu „Münchhausen“ von 1943.
Ein vollständiges Berufsverbot von Anfang an war das also nicht, frei schreiben und veröffentlichen konnte er aber ebenso wenig. Seine Tagebuchnotizen aus dem letzten Kriegsjahr veröffentlichte er später unter dem Titel „Notabene 45“.
Lottchen, Tiere und der Büchner-Preis
Nach dem Krieg zog Kästner nach München und arbeitete wieder als Journalist, unter anderem als Leiter des Feuilletons der „Neuen Zeitung“. Zugleich schrieb er für das Kabarett.
1949 erschienen gleich zwei Kinderbücher, die zu seinen bekanntesten gehören.1 „Das doppelte Lottchen“ erzählt von Zwillingsschwestern, die getrennt aufwachsen, sich in einem Ferienheim zufällig begegnen und heimlich die Rollen tauschen. In „Die Konferenz der Tiere“ treffen sich die Tiere der Welt, weil die Politiker der Menschen keinen dauerhaften Frieden zustande bringen.
1957 erhielt Kästner den Georg-Büchner-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur.1
Lebenslauf von Erich Kästner
- 1899Geburt in Dresden1, 2
- 1929Kinderbuch „Emil und die Detektive“1
- 1931Roman „Fabian“ über das Leben in der späten Weimarer Republik1
- 1933Verbrennung seiner Bücher durch die Nationalsozialisten, Verbleib in Deutschland1
- 1949„Das doppelte Lottchen“ und „Die Konferenz der Tiere“ erscheinen1
- 1957Georg-Büchner-Preis1
- 1974Tod in München1, 2
Erich Kästner im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Erich Kästner
- Weitere Namen
- Emil Erich Kästner
- Geboren
- 23. Februar 1899
- Geburtsort
- Dresden
- Gestorben
- 29. Juli 1974
- Sterbeort
- München
- Alter beim Tod
- 75 Jahre
- Tätigkeit
- Schriftsteller, Journalist und Kinderbuchautor
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Erich Kästner
Wie alt wurde Erich Kästner?
Erich Kästner wurde 75 Jahre alt. Geboren am 23. Februar 1899 in Dresden. Gestorben am 29. Juli 1974. Sterbeort: München.
Worum geht es in „Emil und die Detektive“?
Der Schüler Emil Tischbein wird auf der Zugfahrt nach Berlin bestohlen. Zusammen mit einer Gruppe Berliner Kinder verfolgt er den Dieb durch die Großstadt und stellt ihn am Ende. Das Buch erschien 1929 und wurde international bekannt.1
Durfte Erich Kästner in der NS-Zeit veröffentlichen?
Nur sehr eingeschränkt. Seine Bücher wurden 1933 verbrannt und waren in Deutschland weitgehend unerwünscht, er blieb aber im Land.1 Einige Werke erschienen im Ausland, und unter Pseudonym schrieb er zeitweise für den Film, etwa das Drehbuch zu „Münchhausen“.
Worum geht es im „doppelten Lottchen“?
Zwei Mädchen begegnen sich in einem Ferienheim und stellen fest, dass sie Zwillinge sind, die getrennt aufgewachsen sind. Sie tauschen die Rollen, um ihre Familie wieder zusammenzubringen. Kästner veröffentlichte das Buch 1949.1
Wo ist Erich Kästner gestorben?
Als Sterbeort ist München belegt. Gestorben am 29. Juli 1974.
Unter welchen Namen ist Erich Kästner noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Emil Erich Kästner. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- LeMO Biografie Erich Kästner. Haus der Geschichte, LeMO. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.hdg.de/lemo/biografie/Erich-Kaestner.html
- Stichtag · 23. Februar 1899: Geburtstag von Erich Kästner. WDR. Öffentlich-rechtlicher Sender; datierte Darstellung.https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-geburtstag-von-erich-kaestner-100.html
- Personen · Deutschsprachige Literatur · Goethe-Institut Vereinigtes Königreich. Goethe-Institut. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.goethe.de/ins/gb/de/m/kul/past/lit/uak/per.cfm?personId=3199
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



