Elektroantrieb bei Lohner in Wien
Porsche wuchs in Nordböhmen auf, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte, und interessierte sich früh für Elektrotechnik. In Wien arbeitete er zunächst in der Elektroindustrie und wechselte dann zum Wagenbauer Lohner.
Dort entwickelte er um 1900 Fahrzeuge, deren Elektromotoren direkt in den Radnaben saßen. Ein solcher Wagen wurde auf der Weltausstellung in Paris 1900 gezeigt. Bald folgte eine Variante, bei der ein Benzinmotor einen Generator antrieb, der wiederum die Radnabenmotoren mit Strom versorgte, also ein früher Hybridantrieb.1, 3
Vom Direktorenposten zum eigenen Büro
Als technischer Direktor bei Austro-Daimler in Wiener Neustadt konstruierte Porsche Personenwagen und Flugmotoren, im Ersten Weltkrieg auch Zugmaschinen für schwere Geschütze. Später ging er in gleicher Funktion zu Daimler nach Stuttgart, das 1926 mit dem Unternehmen von Carl Benz zur Daimler-Benz AG fusionierte.1, 2
1931 machte er sich in Stuttgart mit einem Konstruktionsbüro selbstständig, das im Auftrag anderer Firmen Fahrzeuge und Motoren entwarf.1, 2 Für die Auto Union entstanden dort Rennwagen mit einem Sechzehnzylinder hinter dem Fahrer, eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Bauweise.2, 3
Der Volkswagen als Vorzeigeprojekt des Regimes
1934 erhielt Porsches Büro den Auftrag, einen Prototyp für einen Volkswagen zu bauen.1, 2 Adolf Hitler hatte ein billiges Auto für breite Schichten der Bevölkerung zum Ziel erklärt, und das Vorhaben wurde zu einem Prestigeprojekt des NS-Staats. Die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ vermarktete den Wagen als KdF-Wagen, Hunderttausende zahlten in ein Sparsystem ein. Ein Auto erhielt bis Kriegsende keiner dieser privaten Sparer.
1938 wurde der Grundstein für das Volkswagenwerk bei Fallersleben gelegt, aus der zugehörigen Stadtgründung entstand das heutige Wolfsburg. Porsche gehörte zur Leitung des Werks.
Der spätere Käfer war allerdings nicht das Werk eines Einzelnen. In Porsches Büro arbeiteten Konstrukteure wie Karl Rabe und Erwin Komenda mit, der die Form der Karosserie gestaltete. Kleinwagen mit Heckmotor hatten zu dieser Zeit auch andere Ingenieure entworfen.
Parteibuch, SS und Zwangsarbeit
Porsche war Mitglied der NSDAP und der SS.2, 3 Im Krieg baute das Volkswagenwerk statt Autos für Privatkunden vor allem Militärfahrzeuge wie den Kübelwagen und weitere Rüstungsgüter. Porsche selbst arbeitete daneben an der Entwicklung von Panzern.
Diese Produktion beruhte in großem Umfang auf Zwangsarbeit.2, 3 Zur Arbeit gezwungen wurden verschleppte Zivilisten vor allem aus Osteuropa, Kriegsgefangene und Häftlinge aus Konzentrationslagern. Volkswagen ließ diese Geschichte in den 1990er-Jahren wissenschaftlich aufarbeiten.
Nach dem Krieg lief der Käfer in Wolfsburg in großen Stückzahlen vom Band, und der Name Porsche wurde zur Sportwagenmarke. Nicht zu verwechseln ist Ferdinand Porsche mit Ferry Porsche und Ferdinand Alexander Porsche, die den Namen später mit eigenen Konstruktionen verbanden.
Lebenslauf von Ferdinand Porsche
- 1875Geburt in Maffersdorf, heute Vratislavice nad Nisou, Tschechien1, 2, 3
- um 1900Elektrofahrzeuge mit Radnabenantrieb und Hybridtechnik bei Lohner1, 3
- 1931Gründung eines Konstruktionsbüros in Stuttgart, Ursprung des Porsche-Unternehmens1, 2
- 1930er-JahreArbeit an Rennwagen für die Auto Union2, 3
- 1934Auftrag für den Prototyp des Volkswagens1, 2
- NS-ZeitMitglied von NSDAP und SS, Tätigkeit im Volkswagenwerk mit Einsatz von Zwangsarbeitern2, 3
- 1951Tod in Stuttgart1, 2, 3
Ferdinand Porsche im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Ferdinand Porsche
- Geboren
- 3. September 1875
- Geburtsort
- Maffersdorf, heute Vratislavice nad Nisou, Tschechien
- Gestorben
- 30. Januar 1951
- Sterbeort
- Stuttgart
- Alter beim Tod
- 75 Jahre
- Tätigkeit
- Automobilkonstrukteur und Unternehmer
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, 3, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Ferdinand Porsche
Wie alt wurde Ferdinand Porsche?
Ferdinand Porsche wurde 75 Jahre alt. Geboren am 3. September 1875 in Maffersdorf, heute Vratislavice nad Nisou, Tschechien. Gestorben am 30. Januar 1951. Sterbeort: Stuttgart.
Hat Ferdinand Porsche den VW Käfer erfunden?
Nicht allein. Sein Büro erhielt 1934 den Auftrag für den Prototyp des Volkswagens, und Porsche leitete die Entwicklung.1, 2 Daran wirkten aber Mitarbeiter wie Karl Rabe und Erwin Komenda mit, und Kleinwagen mit Heckmotor hatten auch andere Konstrukteure jener Jahre entworfen.
Welche Rolle spielte Porsche im Nationalsozialismus?
Er war Mitglied der NSDAP und der SS und arbeitete eng mit dem Regime zusammen, vor allem beim Volkswagen und in der Rüstung. Im Volkswagenwerk, zu dessen Leitung er gehörte, mussten im Krieg Tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter arbeiten.2, 3
Was war der Lohner-Porsche?
Ein Elektrowagen, den Porsche um 1900 bei der Wiener Firma Lohner entwickelte, mit Motoren direkt in den Radnaben.1 Eine spätere Ausführung erzeugte den Strom an Bord mit einem Benzinmotor und einem Generator, ein früher Hybridantrieb.
Wo ist Ferdinand Porsche gestorben?
Als Sterbeort ist Stuttgart belegt. Gestorben am 30. Januar 1951.
Quellen
- DPMA · Ferdinand Porsche. dpma.de. Institutionelle Primärquelle; teils Selbstauskunft oder Archivstand.https://www.dpma.de/dpma/veroeffentlichungen/meilensteine/dasautoundseineanfaenge/ferdinandporsche/index.html
- Ferdinand Porsche · Biografie WHO'S WHO. whoswho.de. Redaktionelle Sekundärquelle oder ergänzendes Nachschlagewerk.https://whoswho.de/bio/ferdinand-porsche.html
- Ferdinand Porsche. Wikipedia (deutsch). Enzyklopädie; Einzelbelege und Versionsstand mitprüfen.https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Porsche
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



