Geschichte & Kultur

Biografie und Steckbrief Paul von Hindenburg

Reichspräsident 1925 bis 1934

Paul von Hindenburg führte im Ersten Weltkrieg als Generalfeldmarschall die Oberste Heeresleitung und war von 1925 bis zu seinem Tod Reichspräsident der Weimarer Republik. Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler und verhalf ihm damit zur Macht. Wenige Wochen später unterzeichnete er die Reichstagsbrandverordnung, die zentrale Grundrechte außer Kraft setzte.1 Geboren wurde er am 2. Oktober 1847 in Posen, dem heutigen Poznań.2 Er starb am 2. August 1934 auf Gut Neudeck im heutigen Polen, im hohen Alter von 86 Jahren.1, 2

Biografie und Steckbrief zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026 · 2 Quellen · So arbeiten wir

Illustriertes Porträt von Paul von Hindenburg
KI-generierte Illustration
Geboren
2. Oktober 1847Posen, heute Poznań, Polen
Gestorben
2. August 1934Gut Neudeck, heute Ogrodzieniec, Polen
Lebensdaten
86 Jahre alt geworden
Tätigkeit
Militär und Reichspräsident

Preußischer Offizier und der Ruhm von Tannenberg

Hindenburg schlug früh die Offizierslaufbahn in der preußischen Armee ein und kämpfte in den Kriegen von 1866 und 1870/71.1 Er stieg bis zum kommandierenden General auf und ging 1911 in den Ruhestand.

Im August 1914 holte man ihn zurück und übertrug ihm den Oberbefehl über die 8. Armee in Ostpreußen, mit Erich Ludendorff als Stabschef. Ende August besiegten deutsche Truppen dort eine russische Armee. Die Schlacht erhielt den Namen Tannenberg, eine bewusst gewählte Anspielung auf die Niederlage des Deutschen Ordens in dieser Gegend im Jahr 1410.1, 2

Die Propaganda machte Hindenburg zum Retter Ostpreußens, um seine Person entstand ein regelrechter Kult. Dass die Planung zu großen Teilen bei Ludendorff und anderen Stabsoffizieren lag, ging dabei unter. Noch 1914 wurde er zum Generalfeldmarschall befördert.

Oberste Heeresleitung und Dolchstoßlegende

Im August 1916 berief Wilhelm II. Hindenburg an die Spitze der Obersten Heeresleitung, Ludendorff stand ihm als Erster Generalquartiermeister zur Seite.1 Die beiden Militärs gewannen weit über die Kriegführung hinaus Einfluss und setzten sich in wichtigen Fragen gegen die zivile Reichsleitung durch, etwa beim uneingeschränkten U-Boot-Krieg 1917.

Nach der Niederlage schob Hindenburg die Verantwortung von der Armeeführung weg. Vor einem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung erklärte er im November 1919, das Heer sei von hinten erdolcht worden. Damit gab er der Dolchstoßlegende Gewicht, die Revolution und demokratische Parteien für die Niederlage verantwortlich machte und die Republik von Beginn an belastete.

Ein Monarchist an der Spitze der Republik

Nach dem Tod von Friedrich Ebert wurde Hindenburg 1925 zum Reichspräsidenten gewählt, im zweiten Wahlgang und direkt vom Volk.1, 2 Der überzeugte Monarchist leistete den Eid auf die Weimarer Verfassung.

Ab 1930 regierten Kanzler, die sich nicht mehr auf eine Mehrheit im Reichstag stützten, sondern auf das Vertrauen des Präsidenten und seine Notverordnungen nach Artikel 48. Diese Präsidialkabinette unter Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher höhlten die parlamentarische Demokratie aus. 1932 wurde Hindenburg im zweiten Wahlgang gegen Hitler wiedergewählt, auch mit den Stimmen vieler Sozialdemokraten, die ihn als kleineres Übel sahen.

Der 30. Januar 1933 und die Folgen

Lange hatte Hindenburg es abgelehnt, Hitler zum Kanzler zu machen. Anfang 1933 ließ er sich von Papen und seinem engsten Umfeld überzeugen, ihn an die Spitze einer Koalitionsregierung zu stellen, in der Konservative die Mehrheit der Ministerposten hielten. Am 30. Januar 1933 vollzog er die Ernennung.1, 2

Die ersten Schritte zur Diktatur trugen seine Unterschrift. Nach dem Reichstagsbrand setzte die Verordnung vom 28. Februar 1933 Grundrechte wie die Presse- und Versammlungsfreiheit außer Kraft und schuf die Grundlage für die Verfolgung politischer Gegner.1 Im März fertigte Hindenburg das Ermächtigungsgesetz aus, mit dem sich die Regierung vom Parlament unabhängig machte. Nach seinem Tod im August 1934 vereinte Hitler die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler in seiner Person.

Hindenburgs militärischer Ruhm wurde lange als Urteil über sein ganzes Leben gelesen. Heute steht im Vordergrund, welchen Anteil er an der Zerstörung der Weimarer Demokratie hatte, und mehrere Städte haben nach ihm benannte Straßen und Plätze umbenannt.

Lebenslauf von Paul von Hindenburg

  1. 1847Geburt in Posen, heute Poznań, Polen1, 2
  2. 1914Durch die Schlacht von Tannenberg im Ersten Weltkrieg landesweit bekannt1, 2
  3. 1916Übernahme der Obersten Heeresleitung gemeinsam mit Erich Ludendorff1
  4. 1925Wahl zum Reichspräsidenten1, 2
  5. 30. Januar 1933Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler1, 2
  6. 1933Unterzeichnung der Reichstagsbrandverordnung1
  7. 1934Tod in Gut Neudeck, heute Ogrodzieniec, Polen1, 2

Paul von Hindenburg im Steckbrief: Lebensdaten

Name
Paul von Hindenburg
Weitere Namen
Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg
Geboren
2. Oktober 1847
Geburtsort
Posen, heute Poznań, Polen
Gestorben
2. August 1934
Sterbeort
Gut Neudeck, heute Ogrodzieniec, Polen
Alter beim Tod
86 Jahre
Tätigkeit
Militär und Reichspräsident
Thema
Geschichte & Kultur

Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.

Häufige Fragen zu Paul von Hindenburg

Wie alt wurde Paul von Hindenburg?

Paul von Hindenburg wurde 86 Jahre alt. Geboren am 2. Oktober 1847 in Posen, heute Poznań, Polen. Gestorben am 2. August 1934. Sterbeort: Gut Neudeck, heute Ogrodzieniec, Polen.

Warum ernannte Hindenburg Hitler zum Reichskanzler?

Hindenburg hatte Hitler lange abgelehnt. Anfang 1933 folgte er Ratgebern wie Franz von Papen, die glaubten, Hitler in einem Kabinett mit konservativer Mehrheit einbinden und kontrollieren zu können. Am 30. Januar 1933 ernannte er ihn.1 Die Rechnung ging nicht auf, binnen weniger Monate entstand die Diktatur.

Was war die Reichstagsbrandverordnung?

Eine Notverordnung, die Hindenburg am 28. Februar 1933 unterzeichnete, einen Tag nach dem Brand des Reichstags.1 Sie setzte Grundrechte wie die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit außer Kraft und diente dem NS-Regime als Grundlage für die Verfolgung politischer Gegner.

Was geschah in der Schlacht bei Tannenberg?

Ende August 1914 besiegte die deutsche 8. Armee unter Hindenburg und Ludendorff in Ostpreußen eine russische Armee. Der Sieg machte Hindenburg berühmt und begründete einen Kult um seine Person, obwohl die Planung zu großen Teilen bei seinem Stab lag.1, 2

Wo ist Paul von Hindenburg gestorben?

Als Sterbeort ist Gut Neudeck, heute Ogrodzieniec, Polen belegt. Gestorben am 2. August 1934.

Unter welchen Namen ist Paul von Hindenburg noch bekannt?

Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.

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Quellen

  1. LeMO Biografie · Paul von Hindenburg. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/paul-hindenburg
  2. 02. Oktober 2007 · Vor 160 Jahren: Paul von Hindenburg wird geboren, Stichtag · Stichtag. WDR. Öffentlich-rechtlicher Sender oder redaktionelles Senderprofil.https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag5734.html

Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.

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