Geschichte & Kultur

Biografie und Steckbrief Hermann Hesse

Dichter und Nobelpreisträger

Hermann Hesse erzählte in seinen Romanen von Außenseitern und Suchenden, etwa in „Siddhartha“, „Der Steppenwolf“ und „Das Glasperlenspiel“. 1946 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.1 Er stammte aus Calw im Schwarzwald, wo er am 2. Juli 1877 geboren wurde, und besaß seit 1924 die Schweizer Staatsbürgerschaft. Er starb am 9. August 1962 in Montagnola im Tessin, im Alter von 85 Jahren.1

Biografie und Steckbrief zuletzt geprüft am 9. Oktober 2026 · 1 Quelle · So arbeiten wir

Illustriertes Porträt von Hermann Hesse
KI-generierte Illustration
Geboren
2. Juli 1877Calw
Gestorben
9. August 1962Montagnola, Schweiz
Lebensdaten
85 Jahre alt geworden
Tätigkeit
Schriftsteller

Ausreißer, Buchhändler, Autor

Als Jugendlicher besuchte Hesse das evangelische Seminar im Kloster Maulbronn, lief aber davon und verließ die Schule. Die Erfahrung verarbeitete er später in der Erzählung „Unterm Rad“ von 1906, der Geschichte eines begabten Schülers, der am Druck von Schule und Erwartungen zerbricht. Statt zu studieren, machte er eine Buchhändlerlehre in Tübingen und arbeitete danach in einer Buchhandlung in Basel.1

Daneben schrieb er Gedichte und Prosa. Den Durchbruch brachte 1904 der Roman „Peter Camenzind“ über einen jungen Mann aus einem Schweizer Bergdorf.1 Danach arbeitete Hesse als freier Schriftsteller.

Gegen die Kriegsbegeisterung von 1914

Als der Erste Weltkrieg begann, veröffentlichte Hesse einen Zeitungsartikel mit dem Titel „O Freunde, nicht diese Töne“. Die Worte stammten aus der neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Hesse warnte darin Künstler und Intellektuelle davor, sich am nationalistischen Hass zu beteiligen, und wurde dafür in deutschen Zeitungen heftig angegriffen.

Während des Krieges kümmerte er sich in Bern darum, deutsche Kriegsgefangene mit Büchern zu versorgen. 1919 erschien der Roman „Demian“, zunächst unter dem Namen Emil Sinclair.1 Ebenfalls 1919 wandte er sich mit der Schrift „Zarathustras Wiederkehr“, angelehnt an Friedrich Nietzsche, an die deutsche Jugend. Im selben Jahr zog Hesse ins Tessin, 1924 wurde er Schweizer Staatsbürger.

Siddhartha, Steppenwolf, Glasperlenspiel

In „Siddhartha“ (1922) erzählte Hesse von einem jungen Brahmanen im alten Indien, der den Lehren anderer misstraute und seinen eigenen Weg zur Erkenntnis suchte.1 „Der Steppenwolf“ (1927) handelte von Harry Haller, einem einsamen Intellektuellen, der sich zwischen bürgerlicher Ordnung und einer wilden, triebhaften Seite zerrissen fühlte. 1930 folgte „Narziß und Goldmund“ über die Freundschaft eines Mönchs mit einem unsteten Künstler im Mittelalter.

Sein letzter großer Roman, „Das Glasperlenspiel“, erschien 1943 in Zürich, weil er im nationalsozialistischen Deutschland nicht erscheinen konnte.1 Die Handlung spielte in einer fernen Zukunft in der Provinz Kastalien, wo eine geistige Elite ein Spiel pflegte, das Inhalte aus Musik, Mathematik und Wissenschaften miteinander verknüpfte.

Nobelpreis und späte Leser in Amerika

1946 erhielt Hesse den Nobelpreis für Literatur, 1955 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.1 Mit Thomas Mann, der den Nobelpreis schon 1929 bekommen hatte, verbanden ihn eine jahrzehntelange Freundschaft und ein reger Briefwechsel.

In den 1960er-Jahren wurden Hesses Bücher in den USA zur Lieblingslektüre vieler junger Leute aus der Hippie-Bewegung, vor allem „Siddhartha“ und „Der Steppenwolf“. Eine Rockband nannte sich sogar nach dem Roman. Hesse malte außerdem, vor allem Aquarelle von Landschaften im Tessin. In seiner Geburtsstadt Calw erinnert ein Museum an den Autor.

Lebenslauf von Hermann Hesse

  1. 1877Geburt in Calw1
  2. ab 1895Buchhändlerlehre in Tübingen1
  3. 1904Durchbruch mit dem Roman „Peter Camenzind“1
  4. 1919„Demian“ erscheint unter dem Pseudonym Emil Sinclair1
  5. 1922„Siddhartha“1
  6. 1924Schweizer Staatsbürgerschaft1
  7. 1927„Der Steppenwolf“1
  8. 1943„Das Glasperlenspiel“ erscheint in der Schweiz1
  9. 1946Nobelpreis für Literatur1
  10. 1962Tod in Montagnola, Schweiz1

Hermann Hesse im Steckbrief: Lebensdaten

Name
Hermann Hesse
Geboren
2. Juli 1877
Geburtsort
Calw
Gestorben
9. August 1962
Sterbeort
Montagnola, Schweiz
Alter beim Tod
85 Jahre
Tätigkeit
Schriftsteller
Thema
Geschichte & Kultur

Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.

Häufige Fragen zu Hermann Hesse

Wie alt wurde Hermann Hesse?

Hermann Hesse wurde 85 Jahre alt. Geboren am 2. Juli 1877 in Calw. Gestorben am 9. August 1962. Sterbeort: Montagnola, Schweiz.

Worum geht es in „Siddhartha“?

Um einen jungen Brahmanen im alten Indien, der sich von seiner Herkunft löst und eigene Erfahrungen sucht, statt fremden Lehren zu folgen. Am Ende findet er als Fährmann an einem Fluss zu innerer Ruhe. Hesse veröffentlichte die Erzählung 1922.1

Wann bekam Hermann Hesse den Nobelpreis?

1946, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Sein jüngster großer Roman war damals „Das Glasperlenspiel“. 1955 folgte der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.1

War Hermann Hesse Schweizer?

Ja, seit 1924. Er stammte aus dem württembergischen Calw, lebte aber schon seit Jahren in der Schweiz, als er die Staatsbürgerschaft annahm. Seine letzten Jahrzehnte verbrachte er in Montagnola im Tessin.1

Wo ist Hermann Hesse gestorben?

Als Sterbeort ist Montagnola, Schweiz belegt. Gestorben am 9. August 1962.

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Quellen

  1. LeMO Biografie · Hermann Hesse. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/hermann-hesse

Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.

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