Hofkapellmeister und Revolutionär in Dresden
Nach Jahren als Kapellmeister an kleineren Bühnen und einem mehrjährigen Aufenthalt in Paris kam Wagner nach Sachsen zurück. Von 1843 bis 1849 war er Hofkapellmeister in Dresden.1 An der dortigen Hofoper wurden auch „Rienzi“, „Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“ uraufgeführt.
1849 schloss er sich dem Dresdner Maiaufstand an. Nach der Niederschlagung floh er ins Exil, vor allem in die Schweiz.1 Seinen „Lohengrin“ brachte Franz Liszt 1850 in Weimar auf die Bühne, während Wagner selbst nicht nach Deutschland zurückkehren konnte. Im Exil entwarf er seine Ideen vom Gesamtkunstwerk, in dem Musik, Dichtung und Bühne zu einer Einheit verschmelzen sollten.
„Das Judenthum in der Musik“
1850 veröffentlichte Wagner unter einem Pseudonym den Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“.1 Darin sprach er jüdischen Musikern die Fähigkeit zu echter künstlerischer Schöpfung ab und griff unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdy an. 1869 ließ er den Text erneut drucken, diesmal unter seinem eigenen Namen. Die Schrift gilt als eines der bekanntesten Zeugnisse des Antisemitismus im Kulturleben des 19. Jahrhunderts.
Davon zu trennen ist, was Jahrzehnte nach Wagners Tod geschah. Die Nationalsozialisten vereinnahmten seine Musik für ihre Zwecke, und Adolf Hitler besuchte regelmäßig die Bayreuther Festspiele. Wagner selbst war zu diesem Zeitpunkt längst tot. Seine eigenen Schriften und die spätere politische Nutzung seines Werks sind deshalb zwei verschiedene Kapitel.
Ein König als Förderer und der Ring
Die Wende kam 1864, als der junge bayerische König Ludwig II. Wagner nach München holte und ihn großzügig förderte. In München wurden „Tristan und Isolde“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ uraufgeführt. Vor allem die Harmonik des „Tristan“ mit ihren lange unaufgelösten Spannungen beschäftigte Komponisten noch Generationen später.
Sein größtes Vorhaben war „Der Ring des Nibelungen“, ein Zyklus aus vier Teilen: „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“. Der Stoff stammte aus germanischen und nordischen Sagen. Musikalisch verband Wagner Figuren, Gegenstände und Gedanken durch wiederkehrende Leitmotive. Für den Ring ließ er in Bayreuth ein eigenes Festspielhaus errichten. 1876 erklang der Zyklus dort bei den ersten Bayreuther Festspielen zum ersten Mal vollständig.1
Zu seinen frühen Bewunderern gehörte Friedrich Nietzsche, der sich später jedoch scharf von ihm abwandte.
Parsifal und das Ende in Venedig
Sein letztes Bühnenwerk, „Parsifal“, wurde 1882 in Bayreuth uraufgeführt.1 Wagner bezeichnete es als Bühnenweihfestspiel und wollte es ausschließlich in seinem Festspielhaus gespielt sehen. Wenige Monate nach der Premiere starb er im Februar 1883 in Venedig.1
Die Bayreuther Festspiele finden bis heute jeden Sommer statt und sind allein Wagners Werken vorbehalten. Sein Einfluss auf die Musik nach ihm war enorm, die Debatte über den Menschen Wagner und seine Judenfeindschaft hält ebenso an.
Lebenslauf von Richard Wagner
- 1813Geburt in Leipzig1, 2
- 1843 bis 1849Hofkapellmeister in Dresden1
- 1849Beteiligung am Dresdner Maiaufstand, danach Flucht ins Exil1
- 1850Antisemitische Schrift „Das Judenthum in der Musik“ unter Pseudonym1
- 1876Erste Bayreuther Festspiele mit dem vollständigen „Ring des Nibelungen“1
- 1882Uraufführung von „Parsifal“ in Bayreuth1
- 1883Tod in Venedig, Italien1, 2
Richard Wagner im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Richard Wagner
- Weitere Namen
- Wilhelm Richard Wagner
- Geboren
- 22. Mai 1813
- Geburtsort
- Leipzig
- Gestorben
- 13. Februar 1883
- Sterbeort
- Venedig, Italien
- Alter beim Tod
- 69 Jahre
- Tätigkeit
- Komponist, Dirigent und Musikdramatiker
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, 2, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Richard Wagner
Wie alt wurde Richard Wagner?
Richard Wagner wurde 69 Jahre alt. Geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig. Gestorben am 13. Februar 1883. Sterbeort: Venedig, Italien.
Was ist „Der Ring des Nibelungen“?
Ein Zyklus aus vier Musikdramen: „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“. Wagner schrieb Musik und Text selbst. Vollständig aufgeführt wurde der Ring erstmals 1876 bei den ersten Bayreuther Festspielen.1
War Richard Wagner Antisemit?
Ja. 1850 veröffentlichte er unter Pseudonym die antisemitische Schrift „Das Judenthum in der Musik“, 1869 erschien sie erneut unter seinem Namen.1 Davon zu unterscheiden ist die Vereinnahmung seines Werks durch die Nationalsozialisten Jahrzehnte nach seinem Tod.
Wann fanden die ersten Bayreuther Festspiele statt?
1876. Gezeigt wurde der „Ring des Nibelungen“ erstmals als vollständiger Zyklus, in einem Festspielhaus, das Wagner eigens dafür hatte bauen lassen. 1882 folgte dort die Uraufführung des „Parsifal“.1
Wo ist Richard Wagner gestorben?
Als Sterbeort ist Venedig, Italien belegt. Gestorben am 13. Februar 1883.
Unter welchen Namen ist Richard Wagner noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Wilhelm Richard Wagner. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- LeMO Biografie · Richard Wagner. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/richard-wagner
- 22. Mai 1813 · Richard Wagner wird geboren, Stichtag · Stichtag. WDR. Öffentlich-rechtlicher Sender; datierte Darstellung.https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag7542.html
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



