Mit 24 Jahren Professor in Basel
Nietzsche studierte klassische Philologie, also Sprache und Literatur der griechischen und römischen Antike, zuerst in Bonn, dann in Leipzig.1 Er fiel dort so auf, dass ihn die Universität Basel 1869 zum Professor berief, mit 24 Jahren und noch bevor er eine Doktorarbeit vorgelegt hatte. Bis 1879 lehrte er in Basel.1
Sein erstes Buch, „Die Geburt der Tragödie“ von 1872, stieß in der Fachwelt auf scharfe Ablehnung. In den Basler Jahren war Nietzsche eng mit dem Komponisten Richard Wagner befreundet, wandte sich später aber deutlich von ihm ab. 1879 gab er die Professur auf und lebte fortan ohne festes Amt, häufig wechselnd zwischen Orten in der Schweiz und in Italien.
Gott ist tot: Angriff auf die alte Moral
1882 veröffentlichte Nietzsche „Die fröhliche Wissenschaft“. Ein Abschnitt darin, „Der tolle Mensch“, ließ einen Mann mit einer Laterne am hellen Vormittag auf den Markt laufen und rufen, Gott sei tot, die Menschen hätten ihn getötet.
Nietzsche meinte damit weniger ein persönliches Bekenntnis als eine Diagnose: Der christliche Glaube hatte nach seiner Ansicht die Kraft verloren, das Fundament der europäischen Moral zu sein, und die Folgen davon waren noch kaum begriffen. In „Jenseits von Gut und Böse“ (1886) und „Zur Genealogie der Moral“ (1887) fragte er weiter, woher moralische Begriffe wie gut und böse stammten und wem sie nützten.
Zarathustra und der Übermensch
Sein bekanntestes Buch, „Also sprach Zarathustra“, schrieb Nietzsche zwischen 1883 und 1885.1 In einer poetischen, an die Bibel erinnernden Sprache ließ er darin den persischen Weisen Zarathustra auftreten. Dieser verkündete den Übermenschen, ein Bild für einen Menschen, der sich nach dem Wegfall alter Gewissheiten eigene Werte geben sollte.
Ein zweiter zentraler Gedanke des Buches war die ewige Wiederkunft: die Vorstellung, alles kehre unendlich oft in gleicher Weise wieder. Nietzsche nutzte sie als Prüfstein, ob man sein Leben so bejahen könne, dass man es immer wieder leben wollte.
Krankheit, Nachlass und Vereinnahmung
Ab 1889 war Nietzsche schwer krank und konnte nicht mehr arbeiten; bis zu seinem Tod betreuten ihn Angehörige.1 Welche Krankheit genau dahintersteckte, ist bis heute umstritten.
Aus Notizen seines Nachlasses wurde nach seinem Tod das Buch „Der Wille zur Macht“ zusammengestellt, das Nietzsche selbst so nie veröffentlicht hatte. Die Nationalsozialisten griffen einzelne seiner Begriffe auf und deuteten sie in ihrem Sinn um. Nietzsche war zu dieser Zeit seit Jahrzehnten tot; zu Lebzeiten hatte er sich mehrfach verächtlich über Antisemiten und den deutschen Nationalismus geäußert. Schriftsteller wie Thomas Mann und Hermann Hesse setzten sich intensiv mit seinem Werk auseinander.
Lebenslauf von Friedrich Nietzsche
- 1844Geburt in Röcken1
- 1864 bis 1869Studium der klassischen Philologie in Bonn und Leipzig1
- 1869 bis 1879Professor für klassische Philologie in Basel1
- 1883 bis 1885„Also sprach Zarathustra“1
- 1886 bis 1887„Jenseits von Gut und Böse“ und „Zur Genealogie der Moral“1
- ab 1889Schwere Erkrankung, Betreuung durch Angehörige1
- 1900Tod in Weimar1
Friedrich Nietzsche im Steckbrief: Lebensdaten
- Name
- Friedrich Nietzsche
- Weitere Namen
- Friedrich Wilhelm Nietzsche
- Geboren
- 15. Oktober 1844
- Geburtsort
- Röcken
- Gestorben
- 25. August 1900
- Sterbeort
- Weimar
- Alter beim Tod
- 55 Jahre
- Tätigkeit
- Philosoph und klassischer Philologe
- Thema
- Geschichte & Kultur
Lebenslauf und Steckbrief beruhen auf den Quellen1, Stand der Recherche 9. Oktober 2026. Die Lebensdaten stammen aus denselben Quellen.
Häufige Fragen zu Friedrich Nietzsche
Wie alt wurde Friedrich Nietzsche?
Friedrich Nietzsche wurde 55 Jahre alt. Geboren am 15. Oktober 1844 in Röcken. Gestorben am 25. August 1900. Sterbeort: Weimar.
Was meinte Nietzsche mit „Gott ist tot“?
Der Satz stammt aus der „Fröhlichen Wissenschaft“ von 1882. Nietzsche beschrieb damit vor allem, dass der christliche Glaube in Europa seine Kraft als Grundlage von Moral und Weltbild verloren habe, mit Folgen, die seine Zeitgenossen nach seiner Ansicht noch nicht begriffen hatten.
Was ist der Übermensch bei Nietzsche?
Eine Leitfigur aus „Also sprach Zarathustra“, das zwischen 1883 und 1885 entstand.1 Gemeint war ein Mensch, der über den bisherigen Menschen hinausgeht und sich eigene Werte gibt, statt überlieferten Regeln zu folgen. Die Nationalsozialisten deuteten den Begriff später in ihrem Sinn um.
Wo lehrte Nietzsche?
An der Universität Basel. Dort war er von 1869 bis 1879 Professor für klassische Philologie, berufen schon mit 24 Jahren. Danach lebte er ohne festes Amt als freier Autor.1
Wo ist Friedrich Nietzsche gestorben?
Als Sterbeort ist Weimar belegt. Gestorben am 25. August 1900.
Unter welchen Namen ist Friedrich Nietzsche noch bekannt?
Belegt sind auch diese Namen und Schreibweisen: Friedrich Wilhelm Nietzsche. Ob es sich um einen bürgerlichen Namen, einen Geburtsnamen oder einen Spitznamen handelt, steht im Text oben.
Quellen
- LeMO Biografie · Friedrich Nietzsche. Deutsches Historisches Museum. Museum, Archiv oder Fachinstitution.https://www.dhm.de/lemo/biografie/friedrich-nietzsche
Stand der Quellen: 9. Oktober 2026.



